Bevor Kinder allein zur Schule gehen, braucht es Übung und elterliche Begleitung. Der Schulwegplan zeigt verkehrssichere Fußwege zur Schule, empfehlenswerte Überquerungsstellen sowie Gefahrenstellen.
NÖ. Die Schultasche ist gepackt, die Jause liegt bereit, und der Stundenplan hängt am Kühlschrank. Doch bevor es mit dem Lernen richtig losgeht, steht für viele Kinder eine andere tägliche Herausforderung an: der Schulweg. Auf dem Zebrastreifen rollt der Verkehr, Ampeln blinken, Scooter sausen vorbei. Für Kinder ist das oft aufregend – manchmal überfordernd. Genau deshalb ist es wichtig, sie gut auf diesen Abschnitt ihres Tages vorzubereiten. Darüber berichtet Welt Stimme.
„Der Schulweg bietet Kindern ein wichtiges Lernumfeld. Die dort gesammelten Erfahrungen fördern die Selbstwirksamkeit und das Selbstvertrauen des Kindes“, betont Joachim Rauch von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Denn nur wer sich sicher im Straßenverkehr bewegt, kann auch die vielen kleinen Entscheidungen entlang des Weges richtig treffen. „Diese Erfahrungen können auch als Basis für die individuelle lebenslange Verkehrskompetenz betrachtet werden“, erklärt Rauch.
Mit Übung und Geduld
Sicherheit kommt nicht von selbst – sie will gelernt und geübt sein. „Der wichtigste Tipp: Nehmen Sie sich Zeit für das Erarbeiten, Trainieren und Üben des Schulweges“, rät Rauch. Dabei gehe es nicht nur um das bloße Abgehen der Strecke.
„Erklären Sie Ihrem Kind, worauf es in einer bestimmten Situation achten soll“, empfiehlt Rauch. Ebenso wichtig sei es, das Kind zum Mitdenken zu ermutigen: „Lassen Sie sich von Ihrem Kind erklären, wie es sich in einer konkreten Verkehrssituation verhalten wird.“ Ein besonders effektiver Übungsschritt: Das Kind ein Stück vorausgehen lassen und aus einiger Entfernung beobachten. So kann das Verhalten in realer Umgebung eingeschätzt werden. „Klappt das Vorangehen des Weges mit immer längeren Distanzen zuverlässig, so kann das Kind den Schulweg alleine bewältigen“, so Rauch.
Der Schulweg
Eltern sollten bei der Auswahl des Schulweges nicht automatisch zur kürzesten Route greifen. Viel wichtiger ist: Wie sicher ist der Weg? „Wählen Sie idealerweise jene Variante, bei der das Kind möglichst selten die Fahrbahn queren muss“, so Rauch.
Wo Fahrbahnquerungen unvermeidlich sind, sollten Eltern auf Übergänge mit Ampeln, Zebrastreifen oder Lotsen achten.
Geduld statt Zeitdruck
Eine pauschale Empfehlung, wie oft oder wie lange der Schulweg vor Schulbeginn geübt werden soll, gibt es nicht. „Die Häufigkeit und Dauer des Übens ist einerseits von der Persönlichkeit des Kindes und andererseits von der Länge und Schwierigkeit des Schulweges abhängig“, sagt Rauch. Und: Auch wenn der Schulweg einmal sitzt, sollten Eltern nicht ganz aus dem Thema aussteigen. „Gehen Sie dennoch immer wieder einmal mit und unterstützen Sie Ihr Kind bei auftauchenden Fragestellungen.“
Schulwegpläne für Volksschulen in NÖ
Damit Kinder gut und geschützt in die Schule kommen, setzen AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) und KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) gemeinsam mit den Gemeinden auf sogenannte Schulwegpläne.
Diese Pläne zeigen auf einen Blick, welche Wege zur Schule besonders sicher sind. Sie markieren empfohlene Fußwege und sichere Überquerungsmöglichkeiten wie Zebrastreifen oder Ampelanlagen. Zu finden unter www.schulwegplan.at.


