Geschichte des Kirchturms von Bad Vigaun
Der Kirchturm von Bad Vigaun wurde vermutlich im 14. Jahrhundert erbaut. Die erste schriftliche Erwähnung einer Vorgängerin der heutigen Pfarrkirche datiert auf das Jahr 1347.
Um 1520 wurde die erste Darstellung des Kirchturms auf der Zeichnung „Blick von Hallein zum Tennengebirge“ des Regensburger Meister Albrecht Altdorfer festgehalten. Ein großer Umbau war notwendig, als 1789 der Helm des Turms einzustürzen drohte. Lokale Zimmermeister legten einen Entwurf für eine neue Turmspitze vor, während Hofbauverwalter Wolfgang Hagenauer vorschlug, die Spitze zu verkürzen und mit einem besonderen Dach zu versehen. 1791 wurde die neue, um fünf bis sechs Meter reduzierte Turmspitze realisiert, die sich nach Süden neigte. Historiker Michael Neureiter merkt an, dass dies zu einem „schiefen Turm von Vigaun“ führte. Mehrmalige Gefahren durch Blitze und strukturelle Instabilität zwangen zur erneuten Instandsetzung, zuletzt 1833.
Das „Turm-Wunder“
Am 26. April 1935 stellte Diözesanarchitekt Karl Pirich fest, dass es „ein Wunder“ sei, dass der Turm trotz erheblichen baulichen Mängeln noch stehe. In den darauffolgenden Tagen erklärte sich die Gemeindevertretung bereit, die Kosten für den Neubau zu tragen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 7.949,49 Schilling, aufgeteilt zwischen Bund, Gemeinde Hallein, Gemeinde Vigaun und Spenden. Pfarrer Max Ringlschwendtner und Bürgermeister Johann Schaber kümmerten sich um die notwendigen Absprachen.
Am 26. Mai 1935 wurde der Auftrag zu den Turmarbeiten erteilt. Unter der Leitung des Zimmermeisters Josef Neureiter begannen die Arbeiten, bei denen 15.000 Lärchenschindeln benötigt wurden. Der Abbau des alten Turmhelms startete nach dem 40-jährigen Priesterjubiläum von Ringlschwendtner am 14. Juli 1935, und im September wurde der neue Turmhelm innerhalb einer Woche aufgestellt. 2004 wurde der Helm im Rahmen einer Generalrenovierung der Pfarrkirche neu eingedeckt, wobei die Jahreszahlen „1935“ und „2004“ auf die Nord- und Südseite gebracht wurden.


