Bekommt Russland eine Hintertür für die Winterspiele auf?
Am Dienstag, den 20. Oktober, trifft der Ski-Weltverband FIS im Hauptquartier am Thunersee in der Schweiz eine entscheidende Entscheidung über die mögliche Wiedereingliederung russischer Athleten in den internationalen Sport. Diese Entscheidung könnte weitreichende Konsequenzen für die zukünftige Teilnahme Russlands an internationalen Wettkämpfen, darunter auch die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien, haben. Darüber berichtet Welt Stimme.
In den letzten Wochen haben sich Berichte über das geheime Training russischer Skilangläufer, darunter Olympiasieger Alexander Bolschunow und die Putin-Unterstützerin Weronika Stepanowa, in Ramsau am Dachstein gehäuft. Seit dem Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 sind Athleten aus Russland und Belarus von sämtlichen Wettkämpfen des Ski-Weltverbandes FIS ausgeschlossen. Angesichts der bevorstehenden Olympischen Winterspiele und des Drucks des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auf die FIS könnte Russland jedoch bald wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Einige Widerstände aus mächtigen Mitgliedsländern bleiben allerdings bestehen.
Das IOC bemüht sich, russischen Athleten unter strengen Auflagen die Teilnahme unter neutraler Flagge zu ermöglichen. Die endgültige Entscheidung über die Teilnahme von Russen obliegt jedoch den jeweiligen Sportverbänden. Im Biathlon ist eine Teilnahme neutraler Athleten ausgeschlossen, ebenso in Team-Wettbewerben wie Eishockey und Curling. Dennoch zeigt sich in der FIS ein Umdenkprozess.
Mitgliedsnationen befragt
Nach einer Sitzung im September, bei der keine endgültige Entscheidung getroffen wurde, erwartet die FIS nun eine klare Stellungnahme aller nationalen Skiverbände. In einem mehrseitigen Schreiben wurden die Mitgliedsnationen gefragt, ob sie die Teilnahme von neutralen Athleten an olympischen Qualifikationswettbewerben befürworten. Dabei wird betont, dass die FIS politisch neutral agiert und dass kein Sportler seinen Geburtsort wählen kann. Kritiker, insbesondere aus Skandinavien, äußern jedoch Bedenken. Norwegens Skiverband-Präsidentin Tove Moe Dyrhaug hat deutlich erklärt: „Wir wollen die Russen nicht zurück.“
Während Russland bereits an der Ruder-WM und Gewichtheber-Titelkämpfen teilnehmen durfte, bleibt unklar, wie viele Athleten unter den neuen Bedingungen wirklich teilnehmen dürfen. Der Auflagenkatalog fordert, dass alle Athleten, die dem Militär angehören oder den Krieg aktiv unterstützen, von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Dies betrifft prominent bekannte Athleten wie Bolschunow und Stepanowa.


