Warnung: Hochriskantes Sport-Experiment mit erlaubtem Doping in Las Vegas

Mai 19, 2026 12:46
Warnung: Hochriskantes Sport-Experiment mit erlaubtem Doping in Las Vegas

Gefährliches Experiment: Warnung vor der „Doping-Olympiade“

In Las Vegas beginnt diese Woche ein umstrittenes Sport-Experiment, bei dem Doping nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich gewünscht ist. Die Veranstalter der Enhanced Games haben erklärt, dass sie das „menschliche Potenzial in Übermenschlichkeit verwandeln“ wollen – dabei stehen Leistungssteigerung ohne Limit und die Aufhebung von Doping-Verboten im Fokus. Österreichs Sportministerium und die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) äußern sich besorgt über die gesundheitlichen, gesellschaftlichen und sportethischen Konsequenzen dieses Formats. Darüber berichtet Welt Stimme.

Die „Enhanced Games“ werden als zweifelhaftes Spektakel beschrieben, bei dem kommerzielle Interessen und Rekordjagden über die Gesundheit der Athletinnen und Athleten gestellt werden. Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt kritisierte, dass die Idee, Doping zu fördern, ein falsches Signal an die Jugend sende. Sie betonte, dass Sport von Fairness und gleichen Regeln lebt und die Inszenierung von Doping als Unterhaltung gefährlich sei.

NADA Österreich-Geschäftsführer Michael Cepic bezeichnete die Enhanced Games als ein Geschäftsmodell, das zentrale Werte des Sports untergrabe. Er warnte, dass die Inszenierung des menschlichen Körpers als Showfläche gesundheitliche Risiken bewusst in Kauf nehme, was die Glaubwürdigkeit des Sports gefährde. Anti-Doping-Regeln sind kein Selbstzweck, sondern dienen dem Schutz der Athletinnen und Athleten.

Mission, eine „neue Supermenschheit“ zu schaffen

Aktuell streben 42 Sportlerinnen und Sportler – Österreich ist nicht vertreten – Rekorde an und wollen in neue Leistungsdimensionen vordringen. Unter ihnen befindet sich der gesperrte ehemalige Sprint-Weltmeister Fred Kerley. Lockangebote und Prämien von bis zu einer Million US-Dollar sollen die Athleten anziehen. Ein neuer Komplex wird extra für das Event in Las Vegas errichtet, zu dem 2.500 Gäste erwartet werden.

Der Veranstalter Aron D’Souza verfolgt eine umstrittene Vision: Er will eine „neue Supermenschheit“ schaffen. D’Souza, Absolvent der Rechtswissenschaften in Oxford, kritisierte den Kampf gegen Doping als heuchlerisch und behauptete, 99 Prozent der Sportler würden ohnehin zu Dopingmitteln greifen. Maximilian Martin, ein ehemaliger Investmentbanker und Geschäftsführer der Enhanced Games, sagte in einem Interview, er habe schnell erkannt, dass das Unternehmen für ihn das aufregendste sei, was er je gesehen habe.

Zu den Investoren zählen unter anderem Peter Thiel und Donald Trump Jr. Christian Angermayer, ebenfalls Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender, hat in innovative Technologien investiert und unterstützt das Konzept der Enhanced Games. Die Doping-Präparate, die den Athleten verabreicht werden, umfassen Testosteron, anabole Steroide und andere leistungssteigernde Substanzen, die unter medizinischer Aufsicht in Abu Dhabi vorbereitet werden.

Schwimmen, Leichtathletik und Gewichtheben

Die Veranstaltung umfasst drei Sportarten: Schwimmen, Leichtathletik und Gewichtheben, wobei auch eine Strongman-Kategorie vorgesehen ist. Die Veranstalter reizt eine Gesamtprämie von 25 Millionen US-Dollar, wobei für den ersten Platz 250.000 US-Dollar und für das Übertreffen von Weltrekorden eine Million US-Dollar ausgezahlt werden.

Marius Kusch, einer der deutschen Teilnehmer, äußerte, dass finanzielle Stabilität im Sport oft schwer zu erreichen sei, was ihn zur Teilnahme an den Enhanced Games motiviert habe. Auch die Welt Anti-Doping-Agentur verurteilt das Konzept als „gefährlich und unverantwortlich“. Der Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur, Travis Tygart, betonte, dass die Zielgruppe der Spiele, insbesondere Kinder, gefährdet sei: „Der Gewinn dieser Veranstalter gefährdet die Träume junger Athleten weltweit.“

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