Am 13. Dezember 2025 berichtete Yle, dass griechische Öltanker weiterhin in russischen Häfen des Finnischen Meerbusens operieren und so den Export russischen Öls trotz EU-Sanktionen unterstützen. Laut Marinetraffic-Daten waren die Tanker Velos Topas im Hafen von Laukaansuu und Irini vor der Küste von Sankt Petersburg gesichtet worden. Die Präsenz unter griechischer Flagge weckt Aufmerksamkeit, da EU-Staaten versuchen, die Einnahmen des Kremls aus Energieexporten einzuschränken.
Schattenflotte und Umgehung von Sanktionen
Russland hat eine sogenannte „Schattenflotte“ aufgebaut, bestehend aus Hunderten von Tankern mit undurchsichtiger Eigentümerstruktur. Diese Schiffe ermöglichen die Umgehung von Sanktionen und versorgen Staaten wie China und Indien mit Öl. Experten schätzen, dass diese Flotte bis zu 16 % des weltweiten Tankerbestands umfasst und der russischen Kriegskasse etwa 25 Mrd. USD zusätzlichen Gewinn in den letzten zwei Jahren einbrachte.
Preisobergrenze als Instrument der Sanktionseinhaltung
Die EU erlaubt den Transport russischen Öls nur unter bestimmten Bedingungen. So dürfen die Tanker Öl nicht in EU-Staaten liefern, und der Preis der Ladung muss unter der festgelegten „Preisobergrenze“ liegen. Ziel ist es, den Kreml von überhöhten Einnahmen abzuhalten, die zur Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine genutzt werden könnten, ohne gleichzeitig Engpässe auf dem Weltenergiemarkt zu erzeugen.
Sicherheits- und Umweltbedenken
Viele Schiffe der Schattenflotte sind veraltet und entsprechen nicht modernen Sicherheitsstandards, was ein erhebliches ökologisches Risiko darstellt. Ölunfälle könnten katastrophale Folgen für die Meeresökosysteme haben, wodurch die Schattenflotte nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine ökologische Bedrohung darstellt.
Komplexe rechtliche und politische Lage
Die Situation zeigt, dass selbst EU-registrierte Schiffe legal russisches Öl transportieren können, solange die Bedingungen der Preisobergrenze eingehalten werden. Dies verdeutlicht die Schwierigkeit, die Einnahmen des Kremls zu begrenzen. Die EU prüft internationale Rechtsmechanismen zur Kontrolle der Schattenflotte, einschließlich Sanktionen gegen Schiffe, Kapitäne, Crewmitglieder und Eigentümer. Ziel ist ein wirksamerer Schutz der Infrastruktur und die Einschränkung von Umgehungsstrategien.


