Arbeiterkammer Rohrbach erzielte 3,98 Millionen Euro für Mitglieder in 2025

März 19, 2026 12:58
Arbeiterkammer Rohrbach erzielte 3,98 Millionen Euro für Mitglieder in 2025

212 Millionen Euro für Mitglieder erkämpft – Eine Rekordbilanz

BEZIRK ROHRBACH. Im Jahr 2025 erlangte die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich eine Rekordsumme von 212 Millionen Euro für ihre Mitglieder, während der Bezirk von Wirtschaftskrise, Inflation und steigenden Insolvenzen geprägt war. AK-Präsident Andreas Stangl erklärte: „Neben arbeitsrechtlichen Verstößen standen vorenthaltene Pensions- und Pflegegeldansprüche auf der Tagesordnung. Hier gab es viele erfolgreiche Verfahren gegen falsche Einstufungen.“ Zu den Schwerpunkten zählten ferner Konsumentenschutz, besonders in den Bereichen Mietrecht, Onlinehandel und Gebühren. Über 328.000 Menschen suchten Hilfe der AK, wobei rund 19.000 Rechtsfälle abgeschlossen wurden. Darüber berichtet Welt Stimme.

AK Rohrbach half im vergangenen Jahr mehr als 3.900 Mal

Aktuell sind in Rohrbach 22.861 AK-Mitglieder gemeldet. Im vergangenen Jahr wandten sich 3.942 von ihnen an die Arbeiterkammer, da oft eine Beratung nicht ausreichte. Die AK Rohrbach erkämpfte dabei insgesamt etwa 3,98 Millionen Euro. Im Arbeitsrecht wurden knapp 300.000 Euro durchgesetzt, die hauptsächlich auf offene Entgelte, Endabrechnungen und Entlassungen zurückzuführen sind.

„Von den insgesamt 52 Arbeitsrechtsfällen waren 40 in Betrieben ohne Betriebsrat. Hier sieht man, wie wichtig dieser ist, um Streitigkeiten von vornherein zu vermeiden“, erläuterte AK-Bezirksstellenleiter Thomas Jäger.

In 106 Sozialrechtsangelegenheiten erstritt die AK Rohrbach 2,58 Millionen Euro, vorwiegend in Fällen von Pension und Pflegegeld. Zudem wurden für 38 Arbeitnehmer aus vier insolventen Betrieben im Bezirk 1,1 Millionen Euro durchgesetzt. „Die Zahlen zeigen, wie wichtig eine regionale Anlaufstelle ist. Alle Mitglieder sollen möglichst einfach zu ihrem Recht kommen“, so Jäger.

AK kämpft um jeden Euro

Die Arbeiterkammer macht keinen Unterschied zwischen großen und kleinen Beträgen. So erkämpfte die AK Rohrbach nach einer Intervention 62 Euro für eine Frau, die einen Tag bei einem Unternehmen beschäftigt war und kein Entgelt erhielt. Den höchsten Betrag von 30.000 Euro erhielt die Bezirksstelle für einen Arbeitnehmer eines Textilbetriebs, der nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses die Abfertigung nicht erhielt.

Ein Fall aus dem Arbeitsrecht

Ein 65-jähriger Mann, der als Lkw-Fahrer in Budweis tätig war, fiel wegen einer Krankheit aus. Obwohl er seinen Arbeitgeber rechtzeitig informierte und eine Krankmeldung übermittelte, wurde er vom Arbeitgeber nicht rechtmäßig abgemeldet. Dies hatte zur Folge, dass der Mann monatelang ohne Einkommen dastand. Die AK Rohrbach forderte für ihn die Entgeltfortzahlung und eine Arbeits- und Entgeltbestätigung von der Österreichischen Gesundheitskasse. Da der Arbeitgeber nicht kooperierte, wurde geklagt, was schlussendlich zur Zulassung der Entgeltfortzahlung führte.

Ein Fall aus dem Sozialrecht

Eine 65-jährige Frau aus dem Bezirk Rohrbach, die an Demenz und Depressionen leidet, wird von ihrem Ehemann und ihrer Tochter gepflegt. Als sich ihr Zustand verschlechterte, beantragte die Familie bei der Pensionsversicherungsanstalt eine Erhöhung der Pflegestufe. Diese bewilligte Pflegestufe 3, während die AK Rohrbach argumentierte, dass die Frau dringend mehr Unterstützung benötige. Nach einer erneuten Begutachtung durch einen gerichtlich beeideten Sachverständigen wurde der Frau schließlich Pflegestufe 5 zuerkannt.

Zusätzliche AK-Direktleistungen an die Mitglieder

Die AK Oberösterreich unterstützte ihre Mitglieder auch im vergangenen Jahr direkt und unkompliziert finanziell:

  • Im Juli wurde der Mundhygienebonus eingeführt, der jedem Mitglied ab 18 Jahren einmalig 50 Euro für Zahnprophylaxe gewährt. Bisher wurden 42.254 Anträge genehmigt.
  • Der im September 2024 eingeführte AK-Klassenfahrtsbonus entlastete die Mitglieder bei Ausflügen und Kursen. Der Bonus wurde insgesamt 31.331 Mal gewährt.
  • Lehrlingen wurde ein Mobilitätsbonus von 100 Euro gewährt, um den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu fördern.
  • Ein Zuschuss von 100 Euro zum Fahrsicherheitstraining wurde 5.139 Mal an Mitglieder unter 26 Jahren ausgezahlt.
  • Der AK-Bildungsbonus von 150 Euro wurde 4.519 Personen zur Förderung ihrer Aus- und Weiterbildung gewährt.

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