Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen zeigt sich Niederösterreich stabiler als der österreichweite Trend. Beschäftigung steigt leicht, offene Stellen bleiben auf hohem Niveau.
Niederösterreich. Ende September 2025 stieg die Arbeitslosigkeit um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was jedoch unter dem österreichweiten Anstieg von 7,0 Prozent liegt. Arbeitermarktländerätin Susanne Rosenkranz (FPÖ) und die stellvertretende AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Karmen Frena betonten, dass die unselbständige Beschäftigung in dieser Zeit leicht zunehmen konnte. Die Arbeitslosenzahl beträgt nun 42.874 Personen, was einem Anstieg von 2.262 im Jahresvergleich entspricht. Insgesamt kamen 53.021 Arbeitsuchende dazu, was einem Plus von 5,9 Prozent entspricht. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 6,1 Prozent und bleibt damit unter dem österreichischen Durchschnitt von 7,0 Prozent. Darüber berichtet Welt Stimme.
Beschäftigung auf stabilem Niveau
Die Zahl der unselbständig Beschäftigten in Niederösterreich wird auf 665.000 geschätzt. Die Zahl der beschäftigten Frauen stieg um 0,5 Prozent, während bei Männern ein leichter Rückgang von 0,1 Prozent verzeichnet wurde. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich somit ein moderates Beschäftigungswachstum von 0,2 Prozent.
Positiv zu vermerken ist, dass in bestimmten Branchen wie dem Bau (-2,6 Prozent) und im Bereich Verkehr und Lagerei (-3,1 Prozent) die Arbeitslosigkeit zuletzt sogar gesenkt werden konnte.
Langzeitarbeitslosigkeit bleibt Herausforderung
Die Zahl der langzeitarbeitslosen Personen ist im Vergleich zum Vorjahr um 13,7 Prozent auf 6.343 gestiegen, wobei etwa 41 Prozent dieser Personen höchstens einen Pflichtschulabschluss haben. Karmen Frena erklärte, dass sich das AMS NÖ bemüht, durch gezielte Aus- und Weiterbildung die Wiedereinstiegschancen zu verbessern. In diesem Jahr haben bereits knapp 2.900 Jobsuchende eine Fachkräfteausbildung beim AMS NÖ begonnen. 1.936 Personen, die länger als ein Jahr vom AMS betreut wurden, konnten heuer erfolgreich wieder in den Beruf einsteigen, was eine Steigerung von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt.
Am stärksten betroffen von der steigenden Arbeitslosigkeit sind Jugendliche unter 24 Jahren (+6,7 Prozent) sowie Personen über 50 Jahre (+5,7 Prozent).
Offene Stellen auf hohem Niveau
Trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Lage bleiben niederösterreichische Unternehmen aktiv auf der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit aktuell 13.112 offenen Stellen und 937 offenen Lehrstellen verzeichnet das AMS ein gutes Angebot – sogar um 2,3 Prozent mehr als vor der Pandemie im Jahr 2019. Landesrätin Rosenkranz betonte, dass sowohl das AMS als auch das Land Niederösterreich ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen nutzen, um Arbeitsuchende und Unternehmen zusammenzubringen.
Obwohl die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um 15,4 Prozent gesunken ist, liegen sie weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau. Besonders gefragt sind Arbeitskräfte im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+19,3 Prozent), während die Nachfrage in der IT/Telekommunikation (-51,3 Prozent) und Gastronomie (-19,8 Prozent) deutlich zurückgegangen ist.


