Rekord-Trockenheit trifft österreichische Landwirtschaft
Die extreme Trockenheit zwischen März und Mai 2023 hat die österreichische Landwirtschaft stark belastet. Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger spricht von erheblichen Schäden in der Produktion, insbesondere bei Raps und anderen Kulturen.
Österreich erlebte laut Geosphere die trockenste Periode seit 169 Jahren. Die Niederschlagsabweichung im Vergleich zum Klimamittel von 1991 bis 2020 betrug minus 50 Prozent. Trotz des jüngsten Regenfalls fehle im Mai noch etwa ein Drittel des jährlichen Durchschnitts, was zu staubtrockenen Feldern geführt habe, erklärte Moosbrugger.
Besonders kritisch ist die Situation beim Raps, der unter den hohen Temperaturen leidet. Die Ernte wird als katastrophal eingeschätzt, da die Kornfüllung bereits stark beeinträchtigt ist. Auch Getreideflächen zeigen erkennbare Schäden. Bei Zuckerrüben mussten bis zu 2.000 Hektar von 22.800 Hektar Anbaufläche „umgebrochen“ werden, bedingt durch Trockenheit und Schädlinge.
Die Dürre hat auch zahlreiche Wiesen betroffen und führt zu Futterengpässen bei Rindern und Milchbauern. Der erste Schnitt sei unzureichend bis katastrophal, was für die Futtermittelversorgung problematisch ist. Ein höherer Niederschlag wird erhofft, um die Situation zu verbessern.
Einordnung
Die anhaltende Trockenheit führt zu einem signifikanten Rückgang der Ernteerträge, was die wirtschaftliche Lage der Landwirte verschärfen könnte. Langfristig könnte dies Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgung und die Preise haben, da die Abhängigkeit von wetterabhängigen Kulturen weiterhin hoch bleibt.


