Die 15 Sitze in der Deutschlandsberger Bezirkskammer sind neu vergeben: Der Bauernbund verliert, hält aber die Mehrheit. Jubel bei Freiheitlichen, Unabhängigen und Grünen, die SPÖ fliegt aus der Kammer.
BEZIRK DEUTSCHLANDSBERG. Die Landwirtschaftskammer-Wahl 2026 ist geschlagen – den meisten Bäuerinnen und Bauern sowie Grundbesitzerinnen und Grundbesitzern war das keine Stimme wert: Im Bezirk Deutschlandsberg war die Wahlbeteiligung noch niedriger, nur jede/r Vierte/r war wählen. 2.443 Stimmen wurden abgegeben, noch einmal weniger als 2021 während der Pandemie. Darüber berichtet Welt Stimme.
Bauernbund bleibt dominierend
Möglicherweise hielt auch die Glätte viele (ältere) Wahlberechtigte von der Wahl fern, vermutet Bezirkskammerobmann Christian Polz. Der Spitzenkandidat des Bauernbunds hatte mindestens 70 Prozent und eine höhere Wahlbeteiligung als Ziel ausgegeben. Beides wurde verpasst: Der Bauernbund fährt mit 64,5 Prozent ein Minus (-5,6 Prozent) ein und verliert einen Sitz. „Ich möchte mich bei allen Wählern bedanken, dass wir weiterhin die Mehrheit in der Bezirkskammer haben – auch wenn wir leider ein Mandat verloren haben“, will Polz das Ergebnis trotzdem positiv sehen. Nach den letzten Wahlergebnissen und Umfragen hätte der Frauentaler sogar noch stärkere Zugewinne für die Freiheitlichen erwartet.
Dennoch bleibt der Bauernbund mit elf von 15 Mandaten die dominierende Kraft in Deutschlandsberg. „Wir werden weiter für die Bauern im Bezirk kämpfen“, verspricht Polz. Die ÖVP-Bauern halten weiterhin die Zwei-Drittel-Mehrheit in der Deutschlandsberger Bezirkskammer, Polz wird somit Bezirkskammerobmann bleiben.
Weitere Wahlgewinner
Die freiheitlichen Bauern sind der zweite große Wahlgewinner: Josef Thomann und sein Team verdoppeln ihren Stimmenanteil auf 16,1 Prozent (+8,1 Prozent) und gewinnen ein zweites Mandat dazu. Auch der Unabhängige Bauernverband (UBV) kann zulegen: 8,6 Prozent (+0,8 Prozent). Damit hält der neue Spitzenkandidat Anton Ertl das Mandat in der Bezirkskammer.
Ebenso dürfen sich die Grünen Bäuerinnen und Bauern freuen: Unter Martin Kügerl gelang erstmals der alleinige Einzug in die Deutschlandsberger Bezirkskammer. Er konnte auf 5,5 Prozent (+1,3 Prozent) zulegen. Sein Einzug ist denkbar knapp: Die Grünen holen genau zwei Stimmen mehr als die SPÖ-Bauern und schnappen sich damit den Sitz der Roten. Für die SPÖ eine ordentliche Schlappe: Johann Lenz fliegt mit 5,4 Prozent (-4,6 Prozent) aus der Kammer.
Bei der Wahl 2021 waren die roten Bauern in Deutschlandsberg noch zweitstärkste Kraft hinter den schwarzen Landwirten, nun rutschen sie bis auf den letzten Platz und raus aus der Bezirkskammer.


