Budget eingefroren: Bezirkschef kritisiert drastische Einsparungen in Neubau

September 20, 2025 15:42
Budget eingefroren: Bezirkschef kritisiert drastische Einsparungen in Neubau

Die Budgetmittel der 23 Wiener Bezirke sollen trotz anhaltender Teuerung bis 2025 eingefroren werden. Am Neubau müssen die finanziellen Mittel entsprechend gestrafft werden. Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) bezeichnet die Entscheidungen als „überfallsartige Einsparungen“.

WIEN/NEUBAU. Die Finanzlage in Wien ist angespannt, was direkte Auswirkungen auf die Bezirke hat. Um die defizitäre Haushaltslage zu verbessern, plant die Stadtregierung den Verzicht auf eine Anhebung der Budgets, die für die nächsten zwei Jahre auf dem Stand von 2025 verharren sollen. Darüber berichtet Welt Stimme.

Der 7. Bezirk wird somit 2026 mit etwas über 4,8 Millionen Euro an Bezirksmitteln auskommen müssen – dasselbe Budget wie im aktuellen Jahr. Insgesamt sollen die Einsparungen in Wien etwa 17 Millionen Euro betragen.

Laufende Vorhaben

Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) beruhigt allerdings, dass bereits genehmigte Projekte nicht betroffen sind. Alle Maßnahmen, die für 2024 und 2025 im Budget stehen, sollen realisiert werden.

Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) äußert dennoch Skepsis gegenüber den geplanten Kürzungen. Es seien keine rein abstrakten Beträge, sondern es gehe um Kinder, Familien und Senioren, die in ihren Wohnvierteln direkt betroffen seien. Wenn Spielplätze in einem schlechten Zustand bleiben, Parks verwildern oder Schulwege unsicher werden, werden die Auswirkungen für die Anwohner spürbar, so der Bezirkschef. Besonders leidtragend seien dabei die Jüngsten und die ältesten Mitglieder der Gesellschaft.

„Überfallsartige Einsparungen“

Laut Reiter tragen die Bezirke eine wesentliche Verantwortung für wichtige Aspekte der Lebensqualität – von der Pflege der Grünanlagen bis zur Sicherheit auf den Straßen und der Bereitstellung von Seniorencafés. Diese Aufgaben könnten nur unter stabilen Bedingungen wahrgenommen werden. „Überfallsartige Einsparungen mitten im Budgetprozess gefährden diese Verantwortung und führen zu Verunsicherung in der Bevölkerung“, erklärt er.

Zusätzlich sind die Maßnahmen aus wirtschaftlicher Sicht als kontraproduktiv einzustufen. Eine Schwächung der Infrastruktur könnte negative Folgen für das lokale Wirtschaftsleben haben. Ein Rückgang an Aufenthaltsqualität führe laut Reiter zu geringerer Kundenfrequenz für lokale Betriebe und letztendlich zu höheren Kosten für Reparaturen, Sicherheit und soziale Folgekosten. Im schlimmsten Fall könnte sich das Budgetdefizit durch die Sparmaßnahmen sogar vergrößern.

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