Frauenanteil in Vorständen österreichischer Unternehmen erreicht Höchststand
Laut dem EY Mixed Leadership Barometer August 2025 liegt der Frauenanteil in den Vorständen österreichischer börsennotierter Unternehmen bei 13,8 Prozent, während der Anteil in den Aufsichtsräten seit Erreichen der Mindestquote stagniert. Ein geplantes Gesetz soll die Gleichstellung in Führungspositionen weiter vorantreiben und den Anteil weiblicher Führungskräfte erhöhen. Darüber berichtet Welt Stimme.
Mit Stichtag 1. August 2025 sind 26 von 189 Vorstandsposten bei WBI-Unternehmen weiblich, das sind vier mehr als noch im Vorjahr und ein Plus von 1,2 Prozentpunkten seit Anfang 2025. Trotz dieser Steigerung sind Frauen in Vorständen weiterhin klar unterrepräsentiert: 31 der 54 analysierten Unternehmen – also 57 Prozent – haben keine einzige Frau im Vorstand. Nur drei Unternehmen (BKS Bank, Marinomed Biotech und Oberbank) weisen mehr als eine weibliche Führungskraft auf. Die Analyse zeigt außerdem, dass aktuell keine börsennotierte Firma von einer Frau als CEO geführt wird – ein Rückschritt im Vergleich zur letzten Erhebung.
Die meisten weiblichen Vorstände sind für operative und finanzielle Bereiche zuständig: Zehn Frauen verantworten das Finanzressort als CFO, acht arbeiten in operativen Funktionen, darunter zwei als COO, und zwei weitere Frauen sind Chief Risk Officer.
Stagnation bei Frauen in Aufsichtsräten
Während der Frauenanteil in den Vorständen steigt, bleibt die Situation in den Aufsichtsräten weitgehend unverändert. Mit 31,5 Prozent weiblichen Mitgliedern wurden die gesetzlichen Quoten von 30 Prozent zwar erfüllt, doch seit Erreichen dieser Schwelle stagniert die Entwicklung. Von insgesamt 520 Aufsichtsratsmandaten sind 164 mit Frauen besetzt. Acht Unternehmen haben noch immer rein männliche Aufsichtsräte. Nur wenige Gremien schaffen es, den Frauenanteil über 40 Prozent zu steigern.
Besonders positiv fällt die IT-Branche auf, in der 40,5 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder weiblich sind. Auch Finanzwirtschaft, Transport & Logistik sowie Energie liegen über dem Durchschnitt. Am unteren Ende steht die Rohstoffbranche mit lediglich 28,6 Prozent Frauenanteil.
Neues Gesetz soll Quoten verschärfen
Um die Gleichstellung weiter voranzutreiben, soll das Gesellschaftsrechtliche Leitungspositionengesetz (GesLeiPoG) als nationale Umsetzung der EU-Richtlinie 2022/2381 die Quoten verschärfen. Das Gesetz, das derzeit in Begutachtung ist, fordert, dass in Vorständen mit mehr als zwei Mitgliedern künftig mindestens eine Frau und ein Mann vertreten sein müssen. Diese Quote erfüllen aktuell nur fünf Unternehmen. In Aufsichtsräten soll eine 40-Prozent-Quote für das unterrepräsentierte Geschlecht gelten – unabhängig von der Zahl der Kapitalvertreter.
Die neuen Quotenregelungen stoßen auf kontroverse Diskussionen. Helen Pelzmann sieht darin zwar einen wichtigen Schritt, aber keine endgültige Lösung: „Quoten sind notwendig, um Veränderungen anzustoßen, reichen aber nicht aus. Es braucht weitergehende Maßnahmen, etwa bei Gehaltstransparenz, Kinderbetreuung und der Einbindung von Männern in Vereinbarkeitsmodelle.“


