Innovationen in der Brauerei Göss: Ausbildung zum Brau- und Getränketechniker im Fokus
In der Brauerei Göss kombiniert der Lehrberuf des Brau- und Getränketechnikers traditionelles Handwerk mit modernster Technologie. Lehrlinge wie Florian Gmeinbauer erleben einen vielseitigen Arbeitsalltag, der technisches Know-how, Teamgeist und Leidenschaft für das Produkt erfordert. Darüber berichtet Welt Stimme.
LEOBEN. Der Beruf des Brauers wird oft romantisiert, doch die Realität zeigt sich als eine Mischung aus traditioneller Kunst und Hightech. Der Lehrberuf umfasst nicht nur die Bierproduktion, sondern auch die Herstellung von Limonade, Fruchtsäften und die Abfüllung von Mineralwasser. Diese Kenntnisse sind besonders wichtig bei der Herstellung alkoholfreier Produkte, wie Produktionsleiter Anton Lankes betont.
Florian Gmeinbauer, 22 Jahre alt, gehört zu den drei Lehrlingen in der Brauerei. Nach seiner Ausbildung zum Zerspanungstechniker suchte er nach neuen beruflichen Herausforderungen. Ein Schnuppertag in der Brauerei überzeugte ihn von der Vielseitigkeit und dem direkten Bezug zum Produkt. „Besonders faszinierend fand ich die abwechslungsreiche Arbeit“, erklärt Gmeinbauer.
„Wenn man nichts damit zu tun hat, weiß man nicht, was da eigentlich dahintersteckt“, sagt Gmeinbauer, der im ersten Lehrjahr ist. Seine Faszination für die gleichbleibende Qualität und die komplexen Abläufe, die für perfektes Bier notwendig sind, führten zu seiner Wahl des Berufs. Brau- und Getränketechniker sind verantwortlich für die gesamte Bierherstellung, angefangen bei der Zubereitung der Rohstoffe bis hin zur Abfüllung des Endprodukts.
Ein abwechslungsreicher Alltag
Der Arbeitsalltag ist alles andere als monoton, informiert der Produktionsleiter. Er teilt sich in drei Hauptbereiche: das Sudhaus, den Gärkeller und die Filtration, wobei letzterer als der anspruchsvollste gilt, da hier schnelles Handeln erforderlich ist.
„Es gibt keinen typischen Tag“, bestätigt Gmeinbauer. Die Aufgaben umfassen das Entnehmen von Proben für das Labor, Reinigungsarbeiten und die Überwachung automatisierter Prozesse. Eigenverantwortung und Bereitschaft, anpacken zu können, sind essenziell, denn wie er betont, gehört auch das Putzen zum Job.
Ausbildung mit Zukunft
Die größte Brauerei Österreichs, die Göss-Brauerei, setzt auf die Ausbildung eigener Fachkräfte. Aufgrund der speziellen Anforderungen des Berufs ist es für das Unternehmen einfacher, Talente selbst auszubilden und langfristig zu binden. „Lehrlinge werden nicht als billige Arbeitskräfte gesehen, sondern als zukünftige vollwertige Teammitglieder“, so Lankes.
Die Auszubildenden nehmen regelmäßig an Trainings teil, um das theoretische Wissen aus der Berufsschule mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen. Ziel ist es, ein tiefes Verständnis für die Abläufe zu entwickeln, damit sie die richtigen Entscheidungen treffen können.
Der Produktionsleiter schätzt an Florian Gmeinbauer dessen Neugier und technisches Verständnis. „Ich kann mich auf Florian hundert Prozent verlassen. Er stellt die richtigen Fragen und bringt eigene Ideen ein“, hebt Lankes hervor.
Trends und Teamgeist
Die Braubranche befindet sich im Wandel: Die Entwicklung alkoholfreier und zuckerreduzierter Biere reflektiert das steigende Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher. Trotz der fortschreitenden Automatisierung betont Lankes, dass künstliche Intelligenz das menschliche Handwerk nicht ersetzen kann, insbesondere bei Situationen, die schnelles Eingreifen erfordern.
Im Schichtbetrieb ist eine effektive Kommunikation unerlässlich. Gmeinbauer hebt hervor, dass „wir alle zusammenhalten, und das merkt man im Berufsalltag“. Angegehende Brauer benötigen nicht nur technisches Verständnis, sondern auch Passion und den Willen zur handwerklichen Arbeit. Ein Schnuppertag ist der beste Weg, um die Leidenschaft für die Komplexität der Bierherstellung zu wecken.


