Nach anhaltender Kritik an den Gehaltserhöhungen der Wirtschaftskammer zieht Harald Mahrer Konsequenzen: Er hat seinen Rücktritt von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) angekündigt. Dies geschah im Zuge einer Pressekonferenz am Montag, in der er betonte, seinen Fokus „wieder voll und ganz“ auf die Wirtschaft und die Leistungen der Wirtschaftskammer legen zu wollen. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die Ankündigung erfolgt, nachdem Mahrer am Sonntag beim Krisengipfel der WKO in Wien einstimmig das Vertrauen der Spitzen der Bundes- und Landeskammern erhalten hatte. Trotz dieser Bestätigung seiner Position als Präsident der Kammer, geriet Mahrer aufgrund der Gehaltserhöhungen, die für seine Mitarbeiter:innen geplant waren, unter Druck.
Die Gehaltserhöhungen der WKO-Mitarbeitenden waren Gegenstand intensiver Kritik, insbesondere hinsichtlich der Kommunikation. In einem letzten Interview mit der Presse gab Mahrer sein monatliches Einkommen von 28.500 Euro bekannt, welches sich aus mehreren Ämtern, darunter das des WKO-Präsidenten und des OeNB-Präsidenten, zusammensetzt. Während seiner ersten Amtszeit hatte Mahrer auf das Honorar der OeNB verzichtet, in seiner zweiten Amtszeit jedoch aufgrund gestiegener Anforderungen angenommen. Der Rechnungshof kündigte bereits an, die Doppelbezüge Mahrers zu prüfen.
Kritik nach Gehaltserhöhungen
Die Gehaltserhöhungen wurden zunächst um 4,2 Prozent über der Inflationsrate beschlossen, was zu öffentlicher Empörung führte. Nach dieser Reaktion kündigte Mahrer eine Reduzierung auf 2,1 Prozent an, stellte dann jedoch klar, dass die Erhöhung lediglich auf das zweite Halbjahr 2026 verschoben werde. Damit bleibt die Basis für künftige Anpassungen höher, als bei einer echten Halbierung. Auch die Gehaltserhöhungen für die Landeschefs der WKO wurden scharf kritisiert, da diese um bis zu 60 Prozent angehoben wurden. Besonders auffällig war die Erhöhung in Tirol, wo die Funktionsentschädigung der Kammerpräsidentin von 6.400 auf 10.400 Euro im Monat stieg, was einem Anstieg von etwa 62 Prozent entspricht.
Neues Gehaltssystem?
Um das Vertrauen wiederherzustellen, arbeiten Mahrer und die Bundesländer an einer Reform der Gehaltsanpassungen. Diese umfasst die Entwicklung eines neuen Systems, bei dem die Belegschaftsvertretung einbezogen werden soll, um eine „realitätsnahe Abbildung der wirtschaftlichen Situation“ der Mitgliedsbetriebe zu ermöglichen. Der Rechnungshof wird zudem das bestehende System der Funktionärsentschädigungen evaluieren und auch die Strukturen und Leistungen der Kammer extern prüfen. Mahrer hat jedoch klargestellt, dass eine Senkung der Kammerumlage nicht zur Diskussion steht.


