Ab dem 1. Mai 2025 müssen Gäste in Kärnten mit einem Aufschlag von 4,50 Euro pro Person und Nacht rechnen, um die Infrastruktur und die Attraktivität des Tourismus zu stärken.
BEZIRK VÖLKERMARKT. Die Reform des Kärntner Tourismusgesetzes führt auf den ersten Blick zu höheren Kosten für Urlauber. Hinter diesen Veränderungen steht jedoch eine klare Vision: Um zukunftsfähig zu bleiben, sollen gezielt mehr Mittel in das Gästeerlebnis investiert werden. Die „Mehreinnahmen“ sollen verwendet werden, um die Infrastruktur, darunter Rad- und Wanderwege sowie Angebote außerhalb der Hauptsaison, zu erweitern. Darüber berichtet Welt Stimme.
Zukunftsfähig sein
„Die Reform war notwendig, das Budget war immer problematischer aufgrund der Inflation und die Kosten sind gestiegen“, erklärte Andreas Kristan, Vorsitzender des Tourismusverbandes St. Kanzian. In anderen Bundesländern wurden die Ortstaxen sogar noch stärker erhöht. „Wichtig ist, dass man sich als Betrieb darauf vorbereiten kann. Daher gilt die Regelung in St. Kanzian erst ab dem 1. November 2026, statt ab dem 1. Mai. Mit den Einnahmen hat man somit mehr Geld für den Ausbau der Infrastruktur. Mit der Active Card können Gäste auch gratis öffentliche Verkehrsmittel nutzen“, so Kristan. Das Angebot soll in Zukunft weiter ausgebaut werden. „Gewisse Dinge sind trotzdem noch nicht optimal, hier müssten die Betriebe stärker integriert werden“, fügte Kristan hinzu.
Miteinbindung
Eine Erhöhung der Aufenthaltsabgabe wäre sinnvoll, da auch die Hotelbetriebe von diesen Einnahmen profitieren sollten, um ihre Infrastruktur zu stärken. „Es bringt nichts, wenn das Geld für Infrastruktur in Kärnten, in Bahn, Bus und in den Ausbau beziehungsweise Kennzeichnung der Radwege investiert wird, wenn die Hotels es nicht schaffen, deren Standard zu halten“, merkte Jeannette Marolt vom Strandhotel Orchidee an. Am Klopeiner See gibt es nur noch wenige Betriebe, die Verpflegung anbieten; viele haben auf Hotel Garni oder lediglich auf Apartments umgestellt, um die hohen Kosten, besonders für Energie, Personal und Lebensmittel, zu senken.
Kein Spielraum mehr
Hotelier Heinz Marolt äußerte sich kritischer zur Abgabenerhöhung: „Nun soll dem Gast noch mehr abverlangt werden, wo die Preise für Beherbergungen aus Sicht der Buchenden ohnehin schon als ‚überreizt‘ angesehen werden. Nicht, weil wir zu teuer sind, sondern weil die Kaufkraft der Gäste nachlässt. Viele buchen nur noch drei bis vier Nächte, selbst in der Hochsaison“, berichtet Marolt. Höhere Preise sind für viele nicht mehr möglich. Auch die Vermieter sehen sich unter Druck: „Das Aufrechnen auf den Zimmerpreis wird sich beim Gast nicht mehr rechnen“, fügten sie hinzu.


