In Wien werden derzeit verstärkt illegale Schönheitskliniken ins Visier genommen. Bei einer Razzia am Dienstag wurde das vierte Beauty-Studio innerhalb kurzer Zeit ausgehoben, welches ohne Genehmigung und geschultes Personal operierte. Während des Einsatzes erschien auch eine Kundin zu einem Termin für einen Eingriff.
WIEN/INNERE STADT. Das Geschäft mit Botox und ähnlichen Behandlungen floriert. Dies wird auch durch die Razzien der letzten Tage deutlich, die mehrere illegale Schönheitskliniken zum Ziel hatten. Am Dienstag wurde ein weiteres unangemeldetes Beauty-Studio von den Behörden aufgespürt. Die Gruppe Sofortmaßnahmen bestätigte der „Krone“ entsprechende Informationen.
Ein Team bestehend aus Beamten der Finanzpolizei, Polizei und weiteren Behörden überprüfte am Dienstagmittag ein Nagelstudio in der Inneren Stadt. Ein Hinweis einer ehemaligen Kundin hatte den entscheidenden Tipp gegeben, dass hier mehr als nur Nagelpflege angeboten wird.
In einem Hinterzimmer, das offiziell als Lagerraum deklariert war, wurde schnell Material gefunden, das eindeutig auf die unzulässige Durchführung von Schönheitsbehandlungen hinwies. Die antreffbare Inhaberin des Nagelstudios gab zu, trotz fehlender medizinischer Qualifikation Botox ohne entsprechende ärztliche Aufsicht verabreicht zu haben.
Mehrere Anzeigen
Wären die Beamten nur etwas später eingetroffen, hätten sie die Verantwortliche wohl in flagranti erwischt. Denn während die verschiedenen Kontrollorgane den Sachverhalt erfassen, kam eine Kundin zur Tür herein, um ihren Termin für den Eingriff wahrzunehmen. Sie wird nun als Zeugin in der Causa geführt, eine Strafe droht ihr nicht.
„Es folgten die üblichen Anzeigen“, erklärte Garo Chadoian, Sprecher der Gruppe Sofortmaßnahmen. „Wir sprechen hier von den Vorwürfen der Kurpfuscherei, Schwarzarbeit und fehlender Preisauszeichnung.“ Zusätzlich wurde eine Anzeige wegen widmungswidriger Nutzung des Raumes erstattet, da dieser offiziell als Lagerraum genutzt wurde.
Heiße Tipps häufen sich
Die Zunahme an aufgedeckten illegalen Behandlungen ist laut Chadoian nicht auf mangelnde Kontrollen zurückzuführen, sondern auf eine Vielzahl an Hinweisen aus der Bevölkerung. „Die Stadt Wien hat kürzlich eine Aufklärungskampagne gestartet, im Zuge dieser sind erste Meldungen von Verdachtsfällen eingetroffen. Kunden berichten, dass in bestimmten Geschäften ohne medizinische Ausbildung injiziert wird.“
Die mediale Aufmerksamkeit hat zu weiteren Anzeigen und Verdachtsfällen geführt, erklärt Chadoian. Nicht nur Betroffene von fehlerhaften Eingriffen wenden sich an die Behörden, auch Nachbarn von Nagelstudios melden sich, wenn sie beispielsweise eine Sammlung von Spritzen im Müll finden.
Dennoch bleibt die Nachfrage nach Schönheitseingriffen hoch, wie ein Blick auf Social-Media-Plattformen zeigt. Daher ist es wichtig, bei vermeintlich günstigen Angeboten für Botox und ähnliche Behandlungen besonders kritisch zu sein.


