Mit der Eröffnung der Koralmbahn reduziert sich die Reisezeit zwischen Graz und Klagenfurt ab Dezember auf nur 45 Minuten. Diese neue Zugverbindung bringt nicht nur logistische Vorteile für Pendler, sondern schafft auch einen neuen Wirtschaftsraum von überregionaler Relevanz. Unter der Marke „Area Süd“, ins Leben gerufen von den Wirtschaftskammern Steiermark und Kärnten, soll die Region als dynamischer Wirtschaftsstandort international sichtbar werden. Eine aktuelle Umfrage zeigt hohe Erwartungen hinsichtlich des wirtschaftlichen Bedeutungsgewinns und der Arbeitskräftemobilität. Darüber berichtet Welt Stimme.
Diese neu geschaffene Region umfasst fast ein Drittel der Fläche Österreichs und hat einen bedeutenden Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung von 1,8 Millionen Menschen sowie über 150.000 Betrieben, die zusammen eine Wirtschaftsleistung von rund 70 Milliarden Euro erbringen. Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark, betont: „Für den Süden Österreichs ergibt sich durch die Koralmbahn eine Jahrhundertchance“. Ziel sei es, die Achse Graz–Klagenfurt als bedeutenden Standort von europäischem Format zu etablieren.
Wirtschaftliche Impulse und erwartete Kooperation
Die Umfrage unter 1.085 Unternehmen in beiden Bundesländern zeigt, dass 90 Prozent der Befragten die intensivere Zusammenarbeit zwischen Steiermark und Kärnten positiv bewerten. Die Mehrheit hebt die Vorteile in der Arbeitskräftemobilität, der besseren Erreichbarkeit und dem wirtschaftlichen Bedeutungsgewinn hervor. Bereiche wie Wirtschaft, Bildung, Verwaltung und Gesundheitsvorsorge werden als besonders sinnvoll erachtet für eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern.
Umfrage zu Chancen der Koralmbahn
- 90 % bewerten die verstärkte Kooperation zwischen Steiermark und Kärnten positiv.
- Größte Chancen: höhere Arbeitskräftemobilität (61 %), bessere Erreichbarkeit (59 %), wirtschaftlicher Bedeutungsgewinn (52 %).
- Kooperation besonders sinnvoll in: Wirtschaft (75 %), Bildung (64 %), Verwaltung (60 %), Gesundheitsvorsorge (55 %).
- Für den Erfolg der Koralmbahn: 67 % wünschen rascheren Infrastrukturausbau, 57 % eine Vereinheitlichung von Landesgesetzen, 51 % einen gemeinsamen Markenauftritt („AREA SÜD“).
- Dringlichste Infrastrukturprojekte: neuer Bosruck-Tunnel (50 %), Ausbau Güterverkehrszentren (50 %), viergleisiger Ausbau Graz–Bruck (44 %).
Quelle: Wirtschaftskammern Steiermark & Kärnten, Befragung unter 1.085 Betrieben
Die Ergebnisse verdeutlichen auch die Erwartungen der Unternehmen an die Politik: 67 Prozent fordern einen beschleunigten Infrastrukturausbau, während mehr als die Hälfte eine Vereinheitlichung von Landesgesetzen unterstützen, um das Großprojekt Koralmbahn zum Erfolg zu führen. Auf Basis dieser Erwartungen haben Experten eine Maßnahmenagenda entwickelt, die nun an die Politik in beiden Bundesländern herangetragen wird.
Agenda für den Südraum
Die Agenda behandelt sowohl Infrastruktur- als auch Standortthemen und umfasst den Ausbau wichtiger Bahnverbindungen – von Graz nach Bruck sowie die Güterverbindung Klagenfurt–Villach. Zudem sollen die Straßeninfrastruktur, insbesondere die S36/S37, modernisiert und der Flughafen Graz an die Koralmbahn angebunden werden.
„Nun gilt es, eine gemeinsame regionalpolitische Agenda umzusetzen, um den Wirtschaftsraum zu einem Vorzeigestandort in Europa zu machen.“
Josef Herk, WKO-Steiermark-Präsident
Zusätzlich setzen die Wirtschaftskammern auf Deregulierung, Senkung der Energiepreise und den Ausbau von Bildungsmöglichkeiten, einschließlich Hochschulkooperationen. Jürgen Mandl, Präsident der WKO Kärnten, sieht in der Koralmbahn mehr als nur ein Verkehrsprojekt: „Sie ist ein Standortimpuls mit enormem Potenzial.”


