Leopold Preining: Nach 44 Jahren im Klinikum Rohrbach geht eine Ära zu Ende

Dezember 2, 2025 09:07
Leopold Preining: Nach 44 Jahren im Klinikum Rohrbach geht eine Ära zu Ende

Leopold Preining hat das Klinikum Rohrbach nicht nur verwaltet – er hat es gelebt. Nun ist er nach 44 Jahren dort in Pension gegangen. Noch einmal blickt er zurück. 

ROHRBACH-BERG. Mit der Pensionierung von Leopold Preining endete am Klinikum Rohrbach kürzlich eine Ära: Fast 44 Jahre war er am Klinikum Rohrbach tätig, davon zwölf Jahre als Kaufmännischer Direktor. „Es war ein Job, der mein Leben war“, sagt er und ergänzt: „Ich bin stolz darauf, wie sich das Klinikum seit unserem Start 1982 entwickelt hat. Der Abschied erfolgte deswegen mit einem Lächeln im Gesicht und mit Tränen in den Augen“, sagt der Rohrbach-Berger. Darüber berichtet Welt Stimme.

Der richtige Weg

„Könnte ich mein biologisches Alter um 44 Jahre zurückdrehen, ich würde meinen Berufsweg wieder so gehen“, sagt er. Unterstützt hat ihn dabei auch stets seine Frau. Sie war sein Rückhalt und verzieh‘ ihm auch so manche Überstunde. Und deswegen war die Arbeit für ihn nicht einfach nur ein Job, sondern auch Berufung und Verantwortung. 

„Zuhören, Vertrauen und Kommunikation auf Augenhöhe waren mir in der Führung stets wichtig“
Leopold Preining

Als diplomierter Krankenhaus-Betriebswirt hat er sich selbst ständig berufsbegleitend weitergebildet. Unter anderem hat er Universitätslehrgänge „Hospitalmanagement“ und mit 50 Jahren noch das „Magisterstudium Gesundheitswissenschaften“ absolviert. Sein Credo als Manager: „Man muss sich nicht immer in den Vordergrund drängen.“ Das sei für eine gute Mitarbeitermotivation wichtig, so seine Erfahrung. Überdurchschnittliche Ergebnisse bei Mitarbeiterbefragungen und eine Weiterempfehlungsrate des Klinikums von mehr als 99 Prozent, scheinen ihm recht zu geben. 

Geburtshelfer des Krankenhauses

Begonnen hat der gebürtige Schönegger seine Arbeit 1982, als 21-Jähriger, im leeren Krankenhaus-Neubau, neun Monate bevor der erste Patient kam. Er war quasi Geburtshelfer des Krankenhauses. Anfangs saß er in einem Büro mit Rechenmaschine und einfacher Schreibmaschine auf einem Gartentisch. Erst später kamen Faxgeräte und Computer. Seither hat sich vieles verbessert: Die Befunde werden beispielsweise mittels Spracherkennung geschrieben, Röntgenbilder sind aus der einstigen Dunkelkammer – auf die Ärztebildschirme, die theoretisch überall auf der Welt abrufbar sind, gewandert. „In Zeiten von KI und Digitalisierung ist aber immer noch viel Verbesserungspotenzial“, sagt Preining. Er spricht damit die krankenhäuserübergreifende Kommunikation über Patientendaten an.

Lösungsorientiert und per „Du“

Er galt in seinem Beruf als Direktor mit Handschlagqualität, Bodenständigkeit und einem feinen Gespür für wirtschaftliche Verantwortung. Der direkte Kontakt zu den Mitarbeitern hat für ihn immer gezählt. „Ich war mit allen per Du und habe mich beim Mittagessen unter die Leute gemischt. Bin bei den Ärzten gesessen, den Pflegerinnen und auch bei den Reinigungskräften.“ Auch ist er im Heimgehen noch einmal umgekehrt, wenn ihm ein Problem zugetragen wurde und er dafür gleich eine Lösung suchen wollte. Dazu muss man wissen, dass Preining seinen Arbeitsweg in all den Jahren (fast) immer zu Fuß oder auf dem E-Bike zurückgelegt hat. 

„Die Covid-Pandemie war eine sehr lehrreiche Zeit, aber wir hätten’s nicht gebraucht.“
Leopold Preining, Kaufmännischer Direktor Klinikum Rohrbach

In seine Amtszeit fiel auch die Corona-Pandemie, sehr anstrengende Jahre: „Es war eine sehr lehrreiche Zeit, aber wir hätten’s nicht gebraucht“, sagt er rückblickend darüber. Bewährt hätte sich in dieser Zeit die hierarchische Führung. „Es brauchte da eine klare Führung, ein Arbeitskreis hilft in dieser Ausnahmesituation nicht weiter“, sagt er. „Und zudem mussten wir alle umsetzen, was uns vorgegeben wurde. Das war für alle Mitarbeiter eine schwierige Zeit“, sagt er. Das Klinikum sieht er als „wesentlichen Impulsgeber für die regionale Wirtschaft und einen wichtigen Arbeitgeber in der Region. Aktuell arbeiten 832 Menschen im nördlichsten Krankenhaus Oberösterreichs. Beim Start vor 40 Jahren waren es gerade einmal 181“, sagt Preining. 

Preinings Meilensteine

Weil er gerne über den Tellerrand geblickt und auf Vernetzung gesetzt hat, wurde auf seine Initiative hin eine Einkaufs-Kooperation aller ehemaligen Landeskrankenhäuser gegründet und dabei 40.000 Datensätze vereinheitlicht. Eine eigens im Haus entwickelte ERP-Software, zahlreiche Erweiterungen, Umbauten, Sanierungen oder die Einführung des MRT hat er ebenfalls mitverantwortet. Preining hat als besonnener Manager mitgeholfen, die Flüchtlingskrise 2015 zu stemmen. Die Klinikküche hat damals tausende Menschen versorgt. 

Reisen und garteln

Preining wird künftig die Entwicklung des Klinikums von der Ferne beobachten – vom Liegestuhl aus oder nach einer seiner Reisen, die er sich in der Pension vorgenommen hat. Ebenso die Entwicklung des Gesundheitssystems: „Gesellschaft und Politik müssen sich klar werden, wie viel ihnen das Gesundheitswesen wert ist und wie viel man dafür investieren will – denn nach oben hin gibt es da keine Grenze.“

Zur Person: 
Neben dem Management-Job im Klinikum ist Leopold Preining auch aktiver Feuerwehrmann. Begonnen bei der FF Schönegg ist er mittlerweile seit 1995 bei der FF Rohrbach aktiv. Er war viele Jahre als Schriftführer im Kommando und auch als Gemeinderat aktiv. Hier war er bei der Fusion der Gemeinden Rohrbach und Berg vor zehn Jahren besonders engagiert. 

Zur Sache:
Der Nachfolger von Preining ist Friedrich Pöschl. Er ist seit mehr als 30 Jahren im Klinikum tätig. Seit dem Jahr 2000 leitete er den Bereich Rechnungswesen und Controlling, seit 2013 war er als stellvertretender Kaufmännischer Direktor aktiv.

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