Martha Schultz übernimmt interimistisch die Leitung der WKO nach Rücktritt von Harald Mahrer ab 15. November

November 15, 2025 14:32
Martha Schultz übernimmt interimistisch die Leitung der WKO nach Rücktritt von Harald Mahrer ab 15. November

Mit dem Rücktritt von Harald Mahrer steht an der Spitze der österreichischen Wirtschaftskammer (WKO) und des Wirtschaftsbunds ein personeller Neustart bevor. Übergangsweise übernimmt die Tiroler Unternehmerin Martha Schultz die beiden Spitzenfunktionen. Darüber berichtet Welt Stimme.

Aktualisiert am 14. November, 20.10 Uhr.

ÖSTERREICH. In der vergangenen Woche dominierte die Wirtschaftskammer (WKO) die Schlagzeilen, insbesondere nach dem Rücktritt von Harald Mahrer am Donnerstagabend. Für seine Nachfolge ist nun Martha Schultz, die stellvertretende WKO-Präsidentin, interimistisch zuständig. Diese Entscheidung wurde am Freitag im Rahmen einer Sitzung mit den Landespräsidentinnen und Landespräsidenten getroffen, in der der Österreichische Wirtschaftsbund bestätigte, dass Schultz „ab 15.11.2025 geschäftsführend die Agenden des Präsidenten des Wirtschaftsbundes Österreich“ übernehmen wird.

Schultz wird in der WKO als Vizepräsidentin die Geschäfte von Mahrer interimistisch führen, bis ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin gewählt ist. Dies stellt eine bedeutende Verantwortung dar, da sie die durch Mahrers Rückzug entstandene Lücke schließen muss.

Seit 2010 Mahrers Vize

Die 1963 im Zillertal geborene Martha Schultz ist seit vielen Jahren eine einflussreiche Persönlichkeit in der österreichischen Wirtschaftspolitik. Seit 2010 ist sie als Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer und seit 2015 zusätzlich als Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft tätig. Zudem hat sie bedeutende Positionen innerhalb des Wirtschaftsbunds und im Bildungsbereich inne, wie beispielsweise die Präsidentschaft des Österreichischen Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw). Mit ihrer interimistischen Übernahme tritt sie nun in eine Schlüsselrolle ein.

Der Wechsel an der Spitze von WKO und Wirtschaftsbund erfolgt in einer Phase intensiver Diskussionen über notwendige Reformen, Chamber-Strukturen und Mitgliederbeiträge. Wer die Position von Mahrer permanent besetzen wird, ist seit Freitag ungewiss.

Bundeskanzler meldet sich zu Wort

Am Freitagabend äußerte sich Bundeskanzler Christian Stocker in einer schriftlichen Stellungnahme zum Führungswechsel in der WKO. Er forderte eine rasche und konsequente Neuausrichtung der Organisation. Mahrer habe durch seinen Rücktritt „den Weg für eine Neuaufstellung der Wirtschaftskammer freigemacht“. Mit Martha Schultz übernehme nun „eine erfahrene Unternehmerin mit großer Wirtschaftsexpertise“ die interimistische Leitung. Stocker betonte die Notwendigkeit für die Kammer, die Ursachen für den Vertrauensverlust „zu verstehen und rasch zu beheben“, einschließlich der Forderung nach einer notwendigen Verschlankung der Strukturen und einem Beitrag zur Entlastung der Unternehmen.

Zusätzlich verwies der Kanzler darauf, dass es im politischen Bereich bereits drei Nulllohnrunden in Folge gegeben habe und dass im kommenden Jahr die Valorisierung der Parteienförderung ausgesetzt werde. Die Wirtschaftskammer müsse „mit nachhaltigen Reformen das verlorengegangene Vertrauen der Unternehmerinnen und Unternehmer zurückgewinnen und sich wieder auf ihre Aufgaben konzentrieren“. In wirtschaftlich belastenden Zeiten sei dies „das Gebot der Stunde“, erklärte Stocker.

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