Nachfrage nach psychischer Erster Hilfe an Oberösterreichs Schulen verdreifacht seit 2023

September 16, 2026 12:53
Nachfrage nach psychischer Erster Hilfe an Oberösterreichs Schulen verdreifacht seit 2023

Nachfrage nach Workshops zur psychischen Gesundheit stark gestiegen

Im vergangenen Schuljahr erreichte das OÖ. Jugendrotkreuz mit 106 Workshops 2.194 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren, was mehr als einer Verdreifachung der Nachfrage seit der Einführung im Jahr 2023 entspricht. Zwei Jahre zuvor waren es lediglich 612 Jugendliche in 29 Workshops.

Kathrin Pilz und Anneliese Öllinger-Ebner, freiwillige Mitarbeiterinnen des OÖ. Jugendrotkreuzes, führen Übungen zur psychischen Gesundheit durch. Eine Methode, die sie anwenden, ist die „Glücksbox“, in der Schüler notieren, was sie an ihren Klassenkameraden schätzen. „Wir möchten junge Menschen dazu befähigen, in schwierigen Situationen füreinander da zu sein“, erklärt Pilz.

OÖ. Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz betont die Notwendigkeit, psychische Gesundheit genauso ernst zu nehmen wie körperliche Erste Hilfe. Mit den Workshops sollen Jugendlichen Werkzeuge an die Hand gegeben werden, um Krisensituationen wahrzunehmen und Unterstützung zu leisten. „Das Wissen über psychische Gesundheit ist genauso wichtig wie Erste Hilfe bei körperlichen Verletzungen“, so Hirz.

Kathrin Pilz und Anneliese Öllinger-Ebner haben in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Krisenintervention erlebt, welche Auswirkungen psychische Ausnahmesituationen auf Betroffene und deren Angehörige haben können. Sie sehen die Workshops als Möglichkeit, frühzeitig zu sensibilisieren und den Dialog über psychische Gesundheit zu fördern.

Seit 2024 bietet das OÖ. Jugendrotkreuz auch Workshops für Lehrkräfte an. Diese können dabei aus drei Themen wählen: nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten, Suizidalität oder Mobbing. Im vergangenen Schuljahr nahmen 948 Pädagogen an 38 Workshops teil, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 222 Teilnehmenden in elf Workshops darstellt.

Einordnung

Die gestiegene Nachfrage nach Workshops zur psychischen Ersten Hilfe zeigt ein wachsendes Bewusstsein für psychische Gesundheit in Schulen. Diese Entwicklungen sind relevant, da sie darauf hinweisen, dass Jugendliche und Lehrkräfte zunehmend Unterstützung in Krisensituationen suchen und erhalten wollen. Die Workshops fördern ein offenes Gesprächsklima und ermutigen dazu, Hilfe aktiv in Anspruch zu nehmen.

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