Am Dienstag wurde der zehnte elektrisch betriebene Citybus der Mütztaler-Verkehrsgesellschaft offiziell in Betrieb genommen. Diese Ankündigung fand im Beisein von Bundesminister Peter Hanke statt. Der neue E-Bus ist der erste von insgesamt 13 neuen elektrischen Bussen, die bis 2028 angeschafft werden. Darüber berichtet Welt Stimme.
KAPFENBERG. Der Geschäftsführer der Mürztaler-Verkehrsgesellschaft (MVG), Gerhard Deutsch, erinnerte sich an seinen ersten Arbeitstag im Jahr 1989, als die Busflotte veraltet war. „Die Menschen damals haben gesagt, wir haben ja nur einen Schrotthaufen zum Fahren“, erklärte er. Heute, 37 Jahre später, präsentiert sich das Unternehmen innovativer denn je.
Die MVG plant, ihren Fuhrpark von 70 Fahrzeugen in den fünf Städten des Versorgungsgebietes bis spätestens 2028 vollständig auf batterieelektrische Busse umzustellen. Momentan sind bereits zehn Citybusse elektrisch unterwegs, und in zwei Wochen werden die ersten drei elektrischen Stadtlinien-Busse ausgeliefert. Das Unternehmen verfolgt seit zehn Jahren eine Strategie der E-Mobilität.
Zehnter elektrischer Citybus
Der neue Citybus, der am Dienstag in Dienst gestellt wurde, zeichnet sich durch ein auffälliges Design in Violett und Orange aus. „Wir wollen der Bevölkerung damit zeigen, welche Busse elektrisch sind, einen Wiedererkennungswert schaffen“, sagte Markus Plasch, Leiter Finanzen und Rechnungswesen bei der MVG.
Von 2025 bis 2028 wird die MVG zusätzlich zu den bestehenden E-Bussen 13 neue elektrisch betriebene City- und Stadtbusse anschaffen. Der Bus, der am Dienstag vorgestellt wurde, stellte den ersten dieser neuen Fahrzeuge dar.
In den nächsten drei Jahren investiert die MVG acht Millionen Euro in diese neue Fahrzeugflotte sowie in die notwendige Ladeinfrastruktur, von denen 4,5 Millionen Euro gefördert werden. Zusätzlich wurde bereits in die Ladeinfrastruktur investiert, während für in zwei Jahren geplante Trafoumbauten bereits Schritte eingeleitet wurden.
„Diese 4,5 Millionen Euro an Förderungen sind hier in Kapfenberg richtig, punktgenau investiert. Innovation ist mir in allen Bereichen der Mobilität wichtig. Der Elektromobilität gehört die Zukunft“, betonte Bundesminister Peter Hanke.
Neue Batterie-Generation
Laut Markus Plasch hat sich das Thema Langlebigkeit und Verfügbarkeit von Batterien mittlerweile gelöst. Die neuen E-Busse verfügen über größere Batterien, die weniger häufig geladen werden müssen und dadurch eine längere Lebensdauer haben. „Eine kaputte Batterie kommt ungefähr gleich häufig vor wie ein Motorschaden“, fügte er hinzu.
Markus Plasch betonte: „Falls wirklich einmal etwas sein sollte, garantiert Mercedes die Verfügbarkeit neuer Batterien, was bei anderen Marken nicht immer der Fall war.“
Förderungen sind notwendig
Der Preis eines elektrisch betriebenen Citybusses beträgt 420.000 Euro, wobei etwa die Hälfte davon gefördert wird. „Ohne diese Förderungen wäre eine Umrüstung des Fuhrparks auf E-Autos gar nicht möglich“, bemerkte Gerhard Deutsch in Richtung des Ministers. Er wies auf die gesetzlichen Vorgaben hin, die seit 2024 emissionslose Busse im Stadtverkehr bei Neuanschaffungen vorschreiben.
Gerhard Deutsch erläuterte: „Die Anschaffung eines Elektrobusses samt Ladestation ist dreimal so teuer wie ein Dieselfahrzeug. Dafür ist die Instandhaltung wesentlich günstiger.“
So ist der Citybus unterwegs
Der neue Citybus basiert auf einem umgebauten Mercedes Vito und wurde von der Firma „K-Bus“ aus Hornstein (Burgenland) umgebaut. „Mit einer Stromladung kann man 200 Kilometer weit fahren“, erklärte Markus Plasch. Während der Mittagspause wird der E-Bus mittels Schnellladung aufgeladen, um den Betrieb bis zur Dienstschlusszeit am Abend zu gewährleisten.
Der Grundstein für die MVG wurde 1943 gelegt. Bis 2002 war der Betrieb ein reines Omnibus-Unternehmen. Seit 1989 gehört die MVG vollständig der Stadt Kapfenberg. Momentan beschäftigt das Unternehmen 100 Mitarbeiter, davon 70 Busfahrer, und befördert jährlich elf Millionen Fahrgäste.


