Neujahrsempfang 2026: WK fordert „Fast Lane“ für Unternehmensbewilligungen im Bezirk Kufstein

Jänner 15, 2026 20:07
Neujahrsempfang 2026: WK fordert "Fast Lane" für Unternehmensbewilligungen im Bezirk Kufstein

Die Wirtschaftskammer (WK) will im Bezirk Kufstein im Jahr 2026 eine Art „Fast Lane“ für Genehmigungen für Unternehmen einführen und gleichzeitig mehr Experimentierfreudigkeit beim Land in Bezug auf Nachtfahrverbote zeigen sowie die Wertschöpfung wertschätzen.

KUFSTEIN, BEZIRK KUFSTEIN. Jährlich lädt die Wirtschaftskammer im Januar zu Neujahrsempfängen in den Bezirkskammern. Am Mittwoch, den 14. Januar 2026, präsentierten WK-Präsidentin Barbara Thaler und WK-Bezirksobfrau Sonja Altenburger aktuelle Daten zur wirtschaftlichen Lage im Bezirk und stellten ihre Pläne für das Jahr 2026 vor. Darüber berichtet Welt Stimme.

Eine „Fast Lane“ bei Bewilligungen

Im Jahr 2026 verfolgt die WK Kufstein drei zentrale Zukunftsprojekte. Die WK beabsichtigt, praxisnahe Genehmigungsverfahren zu schaffen: Bei fachlich einwandfreien Projektanträgen sollen Unternehmen von einer „Fast Lane“ bei Genehmigungen profitieren. „Unternehmen, die investieren, benötigen verlässliche und zeitnahe Zusagen“, erklärt WK-Bezirksobfrau Sonja Altenburger. Sie betont, dass durch Digitalisierung eine Vereinfachung der Prozesse möglich sei. Unternehmer sollten nicht monatelang auf Genehmigungen warten müssen, während sich Verordnungen bereits überholt haben, so Altenburger.

Verkehr: Land soll ausprobieren

Ein weiterer Fokus für die WK im Jahr 2026 ist der Verkehr sowie die Blockabfertigung an der Grenze zu Bayern. Sie plant, beim Land Tirol Vorschläge zur Durchführung von Tests einzubringen. WK-Präsidentin Thaler nennt beispielsweise den Vorschlag, eine Stunde vom Nachtfahrverbot – auch vor oder nach Feiertagen – zu streichen, um zu prüfen, ob dies positive Auswirkungen auf den Pendlerverkehr hat. Stillstand führe nicht nur zu Kosten, sondern auch zu Umleitungsverkehr in Grenzgebieten und zusätzlichen Staus, betont Altenburger.

Wertschätzung für alle, die Wert schöpfen

Als dritten Punkt hat die WK Kufstein im Jahr 2026 die Initiative „Zusammen:mehr – Wertschöpfung durch Wertschätzung“ ins Auge gefasst. „Jeder, der Wert in unserer Region schafft, tritt in diesen Kreislauf ein und trägt dazu bei, dass unsere Region, die Wirtschaft und unsere Wertschöpfung funktionieren“, sagt Altenburger. Wertschätzung soll sowohl den Mitarbeitern und Unternehmerfamilien als auch den Gästen, die in der Region kaufen, entgegengebracht werden.

Wirtschaftliche Lage stabilisiert sich

Die Dezember-Konjunkturumfrage der WK in Tirol zeigt, dass zu Beginn des Jahres 2026 die wirtschaftliche Lage in Tirol durchaus differenziert betrachtet werden muss. Die Umfrage unter 400 Leitbetrieben zeigt eine leichte Stabilisierung im Vergleich zum letzten Winter. „Die Tiroler Wirtschaft hat wieder Boden unter den Füßen, aber sie läuft noch vorsichtig“, sagt Thaler. Während sich die Wirtschaft stabilisiert, profitiert nicht jede Branche gleichermaßen.

Unterschiede in den Branchen

Die Branchen performen unterschiedlich. Während der Tourismus und der Dienstleistungssektor stabil sind, kämpft die Industrie mit der dritten Rezessionsphase. Hohe Arbeitskosten und internationaler Wettbewerbsdruck belasten die Branche. Ein Hoffnungsschimmer könnte die geplante Entlastung der Strompreise für die Industrie darstellen, die durch die Einführung eines gedeckelten Industriestrompreises realisiert werden soll. Der Handel kann sich aufgrund eines erfolgreichen Weihnachtsgeschäfts zufrieden zeigen, bleibt jedoch abwartend, erläutert Thaler. Im Bauwesen herrscht weiterhin eine negative Einstellung – auch emotional. Die größten Herausforderungen in Tirol nennt die WK-Präsidentin die hohen Arbeitskosten und den Bürokratieabbau.

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