Steigende Arbeitslosigkeit in Tirol im August 2026
Der Tiroler Arbeitsmarkt zeigt sich im August 2026 trotz eines Anstiegs der Arbeitslosigkeit stabil. Mit Stichtag 31. August waren in Tirol 13.347 Personen arbeitslos vorgemerkt, was einem Anstieg von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 3,5 Prozent die niedrigste aller Bundesländer in Österreich.
Die Zahl der unselbständig Beschäftigten in Tirol beträgt rund 367.000. Die Arbeitslosigkeit ist um 0,1 Prozentpunkte im Jahresvergleich gestiegen. Österreicherweit liegt die Arbeitslosigkeit mit 311.448 vorgemerkten Personen um 3,3 Prozent höher als im Vorjahr.
„Der Tiroler Arbeitsmarkt präsentiert sich weiterhin stabil. Die Arbeitslosigkeit ist zwar leicht gestiegen, Tirol weist mit einer Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent aber erneut den niedrigsten Wert aller Bundesländer auf. Gleichzeitig bleibt die Beschäftigung auf einem hohen Niveau.“
Die Nachfrage nach Arbeitskräften nimmt zu: Ende August wurden beim AMS Tirol 7.340 offene Stellen gemeldet, was einen Anstieg von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Besonders stark ist die Nachfrage in der Arbeitskräfteüberlassung (+43,7 %) sowie in der Warenherstellung (+11,3 %), während Rückgänge im Handel (-10,9 %) und im Gesundheits- und Sozialwesen (-25,3 %) zu verzeichnen sind.
„Die steigende Zahl offener Stellen ist ein positives Signal für den Tiroler Arbeitsmarkt. Besonders die starke Nachfrage in der Arbeitskräfteüberlassung und in der Warenherstellung zeigt, dass viele Unternehmen weiterhin Personal suchen.“
Die Arbeitslosigkeit hat in mehreren Sektoren zugenommen, insbesondere im Handel (+6,6 %), im Bereich Beherbergung und Gastronomie (+8,1 %) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (+5,5 %). Gleichzeitig ist die Zahl der Arbeitslosen in der Warenherstellung (-6,7 %) und der Arbeitskräfteüberlassung (-5,4 %) gesunken.
Bei den Männern stieg die Arbeitslosigkeit um 2,1 Prozent auf 6.809, während die Frauen von einem Anstieg um 4,9 Prozent auf 6.538 betroffen sind. Die Langzeitbeschäftigungslosigkeit ist um 18,0 Prozent auf 2.461 Personen gestiegen, wobei mehr als die Hälfte gesundheitliche Einschränkungen hat.
Die Daten verdeutlichen den Zusammenhang zwischen Qualifikation und Arbeitslosigkeit: 40,3 Prozent der Arbeitslosen haben maximal einen Pflichtschulabschluss, dessen Arbeitslosenquote bei 10,0 Prozent liegt. Das AMS Tirol hat daher die Teilnahme an Schulungsmaßnahmen um 16,0 Prozent auf 2.507 Personen erhöht.
Im Lehrstellenmarkt ist die Zahl der verfügbaren Lehrstellen um 15,7 Prozent auf 1.476 gestiegen, während die Zahl der Lehrstellensuchenden um 3,1 Prozent auf 500 gesunken ist. Dies unterstreicht den hohen Fachkräftebedarf in Tirol.
Die Beschäftigung lag Ende Juli 2026 bei 370.267 unselbständigen Beschäftigungsverhältnissen, einem Anstieg von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rückgänge gab es jedoch in der Warenherstellung und im Bereich Verkehr. Die Beschäftigung unter nicht-österreichischen Staatsbürgern stieg um 2,6 Prozent, während sie bei österreichischen Staatsangehörigen um 0,6 Prozent sank.
Einordnung
Die leichte Erhöhung der Arbeitslosigkeit in Tirol steht im Kontext einer gleichzeitig wachsenden Zahl offener Stellen. Diese Entwicklung könnte auf einen strukturellen Wandel im Arbeitsmarkt hinweisen und den Fachkräftebedarf der Unternehmen unterstreichen.


