Steigender Energiebedarf von KI-Rechenzentren fordert flexible Lösungen
Der steigende Strombedarf von KI-Rechenzentren stellt Energieversorger weltweit vor neue Herausforderungen. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der TU Wien hat flexible Lösungen gefordert, um sicherzustellen, dass der Ausbau der Rechenzentren nicht zu einem stärkeren Einsatz fossiler Energieträger führt.
Immer größere Rechenzentren treiben den Energieverbrauch in die Höhe. Leistungsfähige Netzanschlüsse sind nicht überall verfügbar, und deren Ausbau kann Jahre dauern, was Betreiber dazu veranlasst, teilweise eigene fossile Kraftwerke zu errichten. Laut einer Analyse waren Ende 2025 in den USA 39 Prozent der geplanten Gaskraftwerksleistung für Rechenzentren vorgesehen.
Das Forschungsteam untersuchte, wie der Ausbau der Rechenzentren mit der Energiewende vereinbar ist. Die Wissenschaftler betonen, dass Rechenzentren künftig besser an die vorhandenen Netzkapazitäten angepasst werden sollten. Reda El Makroum vom Institut für Energiesysteme und elektrische Antriebe der TU Wien erklärt, dass der Standortwahl nicht zwangsläufig der günstigste Strompreis zugrunde liegt, sondern oft die Frage entscheidend ist, wo die Netzanschlüsse gut ausgebaut sind.
Ein Beispiel für die aktuelle Debatte ist das Google-Rechenzentrum in Kronstorf (Oberösterreich), wo für die erste Ausbaustufe bis zu 150 Megawatt elektrische Leistung vorgesehen sind, und bei einem möglichen Vollausbau bis zu 500 Megawatt. Kritiker bemängeln den hohen Strom- und Wasserbedarf sowie die geplante Einleitung erwärmten Kühlwassers in die Enns. Umweltorganisationen fordern mehr Transparenz und strengere gesetzliche Vorgaben, während die E-Control die geplanten Netzanschlüsse für technisch machbar hält.
Die Forschenden schlagen vor, Rechenaufgaben flexibel zu steuern, indem Trainings großer KI-Modelle zeitlich verschoben werden, um Zeiten mit hohem Anteil erneuerbarer Energien zu nutzen. Eine Modellstudie hat gezeigt, dass eine Drosselung von maximal 35 Stunden pro Jahr ausreichend gewesen wäre, um die bestehenden Kapazitäten nicht zu überlasten. Außerdem fordern die Wissenschaftler genauere Verbrauchsdaten, die die Netzplanung erleichtern sollen.
Einordnung
Die Studie könnte dazu führen, dass Rechenzentren angehalten werden, ihre Betriebszeiten besser auf die Netzverfügbarkeit abzustimmen. Dies ist entscheidend, um den Bedarf an fossiler Energie zu reduzieren und die Integration erneuerbarer Energien zu fördern. Die Diskussion um das Google-Rechenzentrum in Kronstorf verdeutlicht die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Balance zwischen technologischem Fortschritt und Umweltschutz.


