Rechtsstreit um Wiener Cocktailbar „Potions“ eskaliert: Klagen und Vorwürfe zwischen Geschäftsführer und Käufer

März 19, 2026 20:07
Rechtsstreit um Wiener Cocktailbar "Potions" eskaliert: Klagen und Vorwürfe zwischen Geschäftsführer und Käufer

Der Streit um die Bar „Potions“ am Karlsplatz eskaliert. Der ehemalige Geschäftsführer, Patrick Burns, hat juristische Schritte gegen die neue Betreiberin und die „MZDP GmbH“ eingeleitet. Dies geschieht nach der Kündigung von Burns und einer Reihe von Klagen über finanzielle Unstimmigkeiten. Darüber berichtet Welt Stimme.

WIEN/INNERE STADT/ALSERGRUND. Am 15. September 2025 wurde bekannt, dass die „MZDP GmbH“ die Bar „Potions“ von Patrick Burns erworben hat, wobei 170.000 Euro als Kaufpreis vereinbart wurden. Daraufhin blieb Burns als Geschäftsführer, bis er Ende Mai 2025 kündigt wurde, was den aktuellen Konflikt auslöste.

Die Gründe für die Kündigung, wie Geschäftsführer Philipp Strobich angibt, sind „Unregelmäßigkeiten in der Kasse“ und die vermutete Nichterfüllung der Verpflichtungen bezüglich Lohnnebenkosten. Strobich äußert zudem Kritik an der Sauberkeit und Organisation unter Burns. Letzterer weist diese Vorwürfe zurück und beschuldigt die MZDP GmbH, Gehälter nicht ausgezahlt zu haben. Der Streit mündet in sechs laufenden Klagen, die von Anwalt David Jodlbauer, der die MZDP GmbH vertritt, bestätigt werden.

„Unregelmäßigkeiten in der Kasse“

Besonders brisant ist die Klage von Burns, in der er die Nichtigkeit des Kaufvertrags anfechtet. Er argumentiert, dass die volle Kaufmannschaft nie bezahlt wurde und erhebt Forderungen in Höhe von 32.796,66 Euro, nebst Zinsen. Jodlbauer bestätigt, dass das Geld derzeit einbehalten wird, bis die Unstimmigkeiten geklärt sind. Eine Einigung wird jedoch erst nach 2028 erwartet.

Selbes Konzept, anderer Bezirk

Während Burns auf die Klärung wartet, hat eine ehemalige Mitarbeiterin von ihm eine Konkurrenzbar, „Potions – Magical Pub“, in der Liechtensteinstraße 104–106 eröffnet. Diese verwendet jedoch das Logo, die Konzeptionsmerkmale sowie den Online-Auftritt der ursprünglichen Bar, was zu weiteren rechtlichen Schritten führt. Die MZDP GmbH strebt eine Unterlassung des Betriebs an und hat bereits eine einstweilige Verfügung beantragt.

Strobich gibt an, dass die Karlsplatz-Location durch die neue Bar in der Liechtensteinstraße Kunden und Einnahmen verliert. Burns, der in der neuen Bar arbeitet, rechtfertigt seinen Schritt mit ausstehenden Zahlungen und betont die rechtliche Unsicherheiten bezüglich der Namensrechte.

Name wird zum Streitfaktor

Die neue Betreiberin, Bianca Damda, behauptet, die Rechte an der Marke erlangt zu haben. Zudem führt sie an, dass die Bar als eine der 50 besten Cocktailbars vom „Falstaff Barguide“ ausgezeichnet werden könnte. Burns gibt an, dass ihm zugesichert wurde, dass die Auszeichnung der neuen Bar zuteil werden würde, kann dies jedoch nicht belegen.

Burns Anwalt: „Keine konkreten Gründe“

Burns’ Anwalt äußert, dass bisher keine stichhaltigen Gründe von der MZDP GmbH präsentiert wurden, die zur Verzögerung der Zahlungen führten. Man sei jedoch offen für eine außergerichtliche Einigung. Gerichtsentscheidungen sind jedoch frühestens 2027 zu erwarten, mit möglichen Berufungen bis 2028.

Das sagt die Chefin im Neunten

Die neue Inhaberin äußert, dass ihre Geschäftsbeziehungen zur MZDP GmbH nicht bestehen und sie den Markennamen durch einen rechtlich korrekten Lizenzvertrag nutzt. Sie legt Wert darauf, dass sich ihre Arbeit auf das Projekt fokussiert, während die rechtlichen Auseinandersetzungen den Gerichten überlassen werden.

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