Steigende Lebensmittelpreise durch Konflikt in der Golfregion
Steigende Energiepreise infolge des Kriegs in der Golfregion könnten sich schon bald auch in den Supermärkten bemerkbar machen. Der WIFO rechnet, dass vor allem Grundnahrungsmittel teurer werden könnten.
Darüber berichtet Welt Stimme.
ÖSTERREICH. Die aktuellen Entwicklungen im Konflikt in der Golfregion und die damit verbundenen Turbulenzen auf den Energiemärkten dürften bald auch die Preise für Lebensmittel in Österreich beeinflussen. Der Agrarökonom Franz Sinabell vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) äußerte in einem Interview mit der „APA“, dass „nach bisherigen Erfahrungen“ eine rasche Preiserhöhung zu erwarten sei. Hauptursachen sind die steigenden Produktions- und Transportkosten.
Düngemittel-Engpässe
Zusätzlich wird erwartet, dass auch die Preise für Düngemittel ansteigen. Betrachtet man die Golfstaaten als gemeinsamen Wirtschaftsraum, entfallen auf sie mehr als elf Prozent der weltweiten Düngemittelexporte.
Ihr Anteil am globalen Handel mit Stickstoffdüngern ist sogar noch höher, da sie etwa 40 Prozent ausmachen. Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Golfregion haben nicht nur die Öl- und Gasförderung beeinträchtigt, sondern auch die Herstellung von Düngemitteln weitgehend zum Stillstand gebracht.
Brot und Butter besonders betroffen
Die Preiserhöhungen könnten insbesondere Grundnahrungsmittel wie Brot und Butter stark betreffen. Sinabell hob den engen Zusammenhang zwischen Energie- und Agrarpreisen hervor: „Teurere Energieträger stehen generell in Verbindung mit Preisanstiegen von Agrargütern.“ Er fügte hinzu, dass steigende Energiepreise oft auch die Kosten für andere Energieträger nach oben treiben, was wiederum auch die Preise für Lebensmittel erhöht.
Ein weiterer Faktor ist die doppelte Verwendung landwirtschaftlicher Rohstoffe: „Da aus Getreide wie Weizen oder Raps nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Energieträger wie Treibstoffe produziert werden, besteht hier eine Wechselwirkung“, erklärte der Experte. „Wir brauchen Energieträger wie Diesel, um Agrargüter herzustellen.“
Wie stark die Preissteigerungen letztlich ausfallen werden, lässt sich momentan nicht genau prognostizieren. Historische Daten deuten jedoch darauf hin, dass insbesondere die Preise für Öl, Mehl, Butter und später auch für Milchprodukte von den Verteuerungen betroffen sein könnten.


