Die Salzburger Brauerei Stiegl hat den Regionalitätspreis 2025 in der Kategorie „Umweltschutz & Ressourcenmanagement“ gewonnen. Das Unternehmen forscht gemeinsam mit der Höheren Landwirtschaftsschule Ursprung seit 2015 zum Thema „Brauerei-Kieselgur“, das mittlerweile als wertvoller Boden-Hilfsstoff in der Landwirtschaft verwendet wird. Jährlich fallen 450 Tonnen Brauerei-Kieselgur an. Früher galt dieser Stoff als Abfall, jetzt wird er im Sinne der Kreislaufwirtschaft nachhaltig genutzt. Darüber berichtet Welt Stimme.
SALZBURG. Die Stieglbrauerei zeigt ein fortwährendes Engagement für die nachhaltige Nutzung von Reststoffen. Victoria Seidl, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Brauerei, hebt hervor:
„Als Brauerei sind wir prädestiniert dafür, Kreislaufwirtschaft umzusetzen.“
Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich insbesondere auf die positiven Eigenschaften der Kieselgur für die Boden- und Pflanzengesundheit. Früher war Kieselgur ein Abfall, den die Brauerei entsorgen musste. Dieser wurde nun entdeckt als Möglichkeit, die Landwirtschaft zu unterstützen.
Positive Auswirkungen auf das Bodenleben
Die Kieselgur, ein biologisch abbaubarer Reststoff, wird zur Bierfiltration verwendet. Christian Pöpperl, Stiegl-Chefbraumeister, erklärt:
„Der Naturstoff wird aus den Schalen fossiler Kieselalgen gewonnen und enthält einen hohen Anteil an Silizium, welches für die Bodengesundheit von Bedeutung ist.“
Die Mischung von Kieselgur und Gülle hat positive Auswirkungen auf die Bodengesundheit, da das Silizium langsam freigesetzt wird und die Phosphorverfügbarkeit für Pflanzen erhöht.
Konrad Steiner, Biologe und wissenschaftlicher Berater von Stiegl, hebt hervor:
„Das enthaltene Silizium wird langsam an den Boden abgegeben, was in der Folge eine erhöhte Phosphorverfügbarkeit für die Pflanzen bewirkt.“
Die Kombination verbessert nicht nur die Gesundheit der Pflanzen, sondern reduziert auch den Bedarf an Düngemitteln und senkt somit die Kosten. Etwa zwei Drittel der jährlich anfallenden 450 Tonnen Brauerei-Kieselgur werden in der Landwirtschaft eingesetzt.
„Kreislauf wird perfekt geschlossen“
Die Stieglbrauerei hat die Voraussetzungen für die optimale Nutzung der Brauerei-Kieselgur in ihrer hauseigenen Landwirtschaft geschaffen. Victoria Seidl erklärt die Technik:
„Mit einem eigenen Kieselgur-Container, der mit einem Rührwerk ausgestattet ist, sowie unseren Güllegruben, können wir das Kieselgur mit der Gülle vermengen.“
„Ein Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft“
Die intensive Forschung über mehrere Jahre führte zur Bestätigung durch eine Diplomarbeit der HBLA-Schüler, dass der Weg der Stieglbrauerei der richtige war. 2021 erhielt die Brauerei den offiziellen Bescheid des Bundesamts für Ernährungssicherheit, der die Brauerei-Kieselgur nicht mehr als Abfall, sondern als Boden-Hilfsstoff qualifizierte.
„Das hat vieles erleichtert, war ein Durchbruch für uns“,
sagt Seidl und bezeichnet das Ergebnis als bedeutenden Fortschritt für die Kreislaufwirtschaft.
Positiver Effekt sieht man in den nächsten Jahren
Die Forschungsarbeiten an der Kieselgur sind abgeschlossen. Der positive Effekt wird sich nach Angaben von Seidl in den nächsten Jahren zeigen:
„In der Landwirtschaft geht es nicht von heute auf morgen.“
Stiegl ist weiterhin aktiv auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, um in Zusammenarbeit mit der HBLA Ursprung den nachhaltigen Ansatz weiter zu fördern.


