Erste Zinserhöhung unter Fed-Chef Kevin Warsh erwartet
Die US-Notenbank Fed könnte in ihrer dritten Zinssitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh erstmals die Leitzinsen anheben. An den Finanzmärkten wird am Mittwoch eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf eine Zinsspanne von 3,75 bis 4,00 Prozent erwartet.
Finanzmarktindikatoren zeigen eine Wahrscheinlichkeit von nahezu 90 Prozent für eine Zinserhöhung. Die aktuellen Inflationsdaten, die am Freitag veröffentlicht wurden, haben die Zinserwartungen angeheizt. Volkswirte sind sich nicht einig, ob es tatsächlich zu einer Anhebung kommt, der Trend deutet jedoch klar darauf hin.
Die Jahresinflationsrate lag im August bei 3,4 Prozent und überschreitet damit das angestrebte Ziel der Fed von zwei Prozent. Preiserhöhungen im Energiesektor sind der Haupttreiber für diese Inflation. Eine Entspannung der Lage ist aufgrund der sich zuspitzenden Situation im Nahen Osten nicht in Sicht. Im September verteuerten sich die Energiepreise erneut signifikant, während die robuste US-Wirtschaft und ein besser als erwarteter Arbeitsmarkt im August für die Möglichkeit einer Zinserhöhung sprechen.
Notenbankchef Warsh hatte auf der Notenbankkonferenz von Jackson Hole betont, dass die Fed agieren müsse, wenn sich die Inflation nicht schneller in Richtung des Zielwertes bewege. US-Präsident Donald Trump fordert hingegen weiterhin Leitzinssenkungen, im Gegensatz zu den Expertenmeinungen.
Einordnung
Eine Zinserhöhung würde eine direkte Reaktion auf die anhaltend hohe Inflation darstellen und signalisiert, dass die Fed bereit ist, gegen die steigenden Preise vorzugehen. Dies könnte Auswirkungen auf Kreditzinsen und wirtschaftliche Perspektiven haben, insbesondere in einem sensiblen Marktumfeld.


