Ermittlungen gegen Foodora wegen Marktbeherrschung
Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat Ermittlungen wegen des Verdachts auf „Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung“ gegen Foodora eingeleitet. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Marktsituation im Bereich der Online-Plattformen für Speisenlieferungen in Österreich.
Nach den Ergebnissen einer Branchenuntersuchung, die im März 2023 aufgrund von Hinweisen zu Wettbewerbsproblemen und Medienberichten gestartet wurde, ist Foodora zusammen mit Lieferando die dominierende Kraft im österreichischen Markt. Foodora hat einen Marktanteil von 50 bis 60 Prozent, während Lieferando etwa 40 bis 50 Prozent hält.
Die BWB hat in ihrer Untersuchung festgestellt, dass die Abhängigkeiten der Restaurants von den Plattformen zu negativen Auswirkungen auf Preise, Angebote und Arbeitsbedingungen der Zusteller führen können. Zudem erhob die Behörde Daten von 23 weiteren Bestelldiensten und befragte rund 2.500 Gastrobetriebe in Wien zu ihren Erfahrungen mit den Plattformen.
Erhebliche Eintrittsbarrieren wurden als Grund dafür identifiziert, dass neue Wettbewerber Schwierigkeiten haben, in den Markt einzutreten. Hohe Markteintrittskosten und wettbewerbsrelevante Verhaltensweisen etablierter Plattformen erschweren diesen Prozess. Die Plattformen fordern teilweise hohe Werbekosten von den Restaurants und setzen Bestpreisklauseln durch, die eine Preisgestaltung auf anderen Plattformen einschränken.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die für Restaurants nachteilige Regelungen enthalten, etwa hohe Strafgebühren bei Lieferverzögerungen. Die BWB betont, dass intransparente und ungünstige Konditionen einen Ausbeutungsmissbrauch darstellen können. Kritisiert wird auch die unzureichende Erreichbarkeit der Plattformen für Kunden.
Einordnung
Die BWB prüft derzeit die Wettbewerbssituation im Bereich der Online-Lieferdienste. Die Ermittlungen könnten zu einer Überprüfung der Marktpraktiken und möglicherweise zu rechtlichen Konsequenzen für Foodora führen. Dies könnte die Struktur des Marktes nachhaltig beeinflussen und neue Rahmenbedingungen für Restaurants und Konsumenten mit sich bringen.


