Wirtschaftskammer-Präsident Wirth erklärt Vertrauenskrise und Aussetzung von Entschädigungserhöhungen

November 26, 2025 06:49
Wirtschaftskammer-Präsident Wirth erklärt Vertrauenskrise und Aussetzung von Entschädigungserhöhungen

Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth äußert sich zur Vertrauenskrise und Erhöhung der Entschädigungen

Im Rahmen einer aktuellen Befragung hat der Präsident der Burgenländer Wirtschaftskammer, Andreas Wirth, zur bestehenden Vertrauenskrise angeführt, dass die geplante Erhöhung der Entschädigungen für Führungskräfte nicht genehmigt wird. Wirth erklärte, dass er aufgrund einer Knieoperation ans Bett gefesselt war, dennoch die Situation für die Kammer herausfordernd bleibt. „Das eine sind die Gehälter der Wirtschaftskammer. Dann gibt es die Entschädigungen der Wirtschaftskammer. Und das Dritte, und das ist ja eigentlich das Hauptthema, ist die Pflichtmitgliedschaft“, so Wirth. Darüber berichtet Welt Stimme.

Die jüngste Diskussion, die an vielen Stammtischen geführt wird, stellt die Daseinsberechtigung der Wirtschaftskammer in Frage. Wirth sieht diese Hinterfragung als berechtigt, kritisiert jedoch vor allem die Meinungen von Personen, die selbst keine Unternehmer sind: „Man sollte einmal mit den Unternehmen reden, die während Corona Unterstützung gebraucht haben.“ Wirth betont, dass die Kammer für viele Betriebe unabdingbar ist, da sie diese unter anderem bei rechtlichen Fragen unterstützt und wichtige Initiativen wie den Handwerkerbonus initiiert hat.

„Interessensvertretung heißt, auch mit der Politik gemeinsam etwas zu machen“, betont er. Wirth warnt davor, dass ohne die Wirtschaftskammer die Politik die Unternehmen noch stärker regulieren würde. Er verweist auf die Gefahr, dass durch politische Eingriffe die unternehmerische Freiheit gefährdet sein könnte.

Wirth erläutert auch die konkreten Leistungen der Wirtschaftskammer im Jahr 2025, darunter die Unterstützung von Betrieben bei Arbeitsverträgen und Kollektivverträgen sowie die Förderung der dualen Ausbildung für junge Menschen. „Wir sind diejenigen, die die Lehraufschlussprüfungen organisieren“, erklärt er und stellt heraus, dass die Kammer eine zentrale Rolle in der Wirtschaftsstruktur Burgenlands spielt. Des Weiteren sei die Wohnbauförderung ein wichtiges Thema, das derzeit verhandelt werde, um die Situation für Unternehmen zu verbessern.

Auf die Kritik von außen bezüglich des Einsparungs- und Optimierungspotenzials innerhalb der Wirtschaftskammer reagiert Wirth, dass auch in der Politik Einsparungen möglich wären. „Aber nein, wir im Burgenland haben in der Wirtschaftskammer seit zwei Jahren einen Reformkurs“, gibt er an und hebt hervor, dass die Kammer finanziell und strukturell an die Bedürfnisse der Unternehmer angepasst wird. „Wir können nicht mit Geld um uns werfen“, betont er.

Die Entscheidung, die Erhöhung der Entschädigungen vorerst auszusetzen, trifft auch die Funktionäre im Burgenland. Ein externer Prüfer wird die Rechtmäßigkeit und Höhe der zukünftigen Entschädigungen bewerten. Wirth erläutert, dass die Anpassung der Vergütungen in Burgenland grundsätzlich bereits 30 bis 60 Prozent unter der Höchstgrenze liege und im Vergleich zu anderen Institutionen die Kammer am unteren Ende der Entschädigungsstruktur befinde.

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