Telekommunikationsanbieter kritisieren langsamen Glasfaserausbau in Österreich

September 7, 2025 19:35
Telekommunikationsanbieter kritisieren langsamen Glasfaserausbau in Österreich

Massive Kritik am Breitbandausbau in Österreich

Die Telekommunikations-Netzbetreiber A1, Magenta und „Drei“ üben massive Kritik am bisherigen Breitbandausbau der Bundesregierung. Obwohl 2,4 Milliarden Euro investiert wurden, basieren nur etwa acht Prozent der Breitbandanschlüsse auf Glasfasertechnologie. Darüber berichtet Welt Stimme.

Defizite in der Finanzierung

Die drei Chefs der Netzbetreiber haben am Donnerstag die Finanzierung des Ausbaus als unzureichend kritisiert. Sie fordern steuerlich günstigere Mittel und einfachere Genehmigungsverfahren für den Breitbandausbau. Bis heute liege der angekündigte Tiefbauatlas nicht vor. Die Bundesregierung hatte erst am Mittwoch eine Breitbandoffensive angekündigt, in deren Rahmen von 2027 bis 2029 jährlich 40 Millionen Euro zur Verfügung stehen sollen.

Kosten für Haushalte steigen

Die Kritik an der Breitbandoffensive ist nicht neu. Bereits vor einem Jahr wurde auf Zahlen der Regulierungsbehörde RTR verwiesen, die von Kosten bis zu 43.000 Euro pro Haushalt sprechen. Ein Beispiel aus dem Lavanttal zeigt, dass für 2.163 Haushalte ein Breitbandanschluss eingerichtet wurde, wobei fast 14 Millionen Euro des 27-Millionen-Euro-Projekts von den Steuerzahlern finanziert wurden. Jeder Haushalt erhielt dadurch rund 6.400 Euro aus der Staatskasse. Auch die Interessenvereinigung Open Fiber Austria äußerte im März 2025 Bedenken über das schleppende Tempo des Ausbaus in Österreich und verglich es negativ mit Rumänien, Bulgarien und Deutschland.

Zusätzlich wurde die fehlende Rechtssicherheit sowie die Überregulierung, die oft zu bürokratischen Hürden führt, kritisiert. Genehmigungsverfahren können bis zu 24 Monate dauern, während die Regulierungsbehörde RTR sämtliche Entgeltbestimmungen überprüft, ohne dass eine klare Rechtssicherheit entsteht.

Erfolge im Netzausbau

Trotz der Kritik äußerten die Chefs auch positive Anmerkungen zum Netzausbau in Österreich. In den vergangenen zehn Jahren hätten sie jährlich bis zu 900 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung der digitalen Infrastruktur investiert, was zu „messbarem Erfolg“ geführt habe. Konsumenten und Unternehmen profitieren von einem der leistungsfähigsten Netze Europas; die 5G-Versorgung liegt in besiedelten Gebieten bereits bei 98 Prozent, womit das EU-Ziel für 2030 bereits erreicht sei.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Benefiz-Padelturnier in Gars am Kamp unterstützt Kinderkrebshilfe mit 1.350 Euro
Vorheriger artikel

Benefiz-Padelturnier in Gars am Kamp unterstützt Kinderkrebshilfe mit 1.350 Euro

Welttag der Suizidprävention: Tirol setzt auf mehr Aufmerksamkeit für psychische Gesundheit
Nächster artikel

Welttag der Suizidprävention: Tirol setzt auf mehr Aufmerksamkeit für psychische Gesundheit

Nicht verpassen