Am 9. September veranstaltete die Initiative Vergissmeinnicht – Das gute Testament gemeinsam mit der Österreichischen Notariatskammer in Klosterneuburg einen kostenlosen Infoabend, um über Erbrecht, Testament und Vorsorge aufzuklären. Darüber berichtet Welt Stimme.
KLOSTERNEUBURG. Der Mangel an Informationen in Bezug auf Testamente zeigt sich eindringlich: Weniger als ein Drittel der über 40-Jährigen in Österreich hat mit einem Testament vorgesorgt, wobei sich dieser Wert in den letzten zehn Jahren kaum verändert hat. Eine Umfrage der Testamentsinitiative Vergissmeinnicht ergab, dass fast 60 Prozent der Bevölkerung sich wenig bis gar nicht über das geltende Erbrecht informiert fühlen.
Aufklärung
Um dem entgegenzuwirken, lud die Initiative am 9. September zu einer Informationsveranstaltung, die großes Interesse in der Bevölkerung weckte. Notar Christoph Mondel informierte im Raiffeisensaal in Klosterneuburg über die essenzielle Bedeutung der Nachlassregelung. Vergissmeinnicht bietet ein umfassendes und kostenfreies Serviceangebot an, darunter den Vergissmeinnicht-Erbrechtsratgeber, einen digitalen Testamentsrechner und Online-Notarvideos, sowie ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm in ganz Österreich.
Der Vorstand von Vergissmeinnicht, Markus Aichelburg, betonte den enormen Informationsbedarf und warnte: „Es gibt jedes Jahr unzählige Fälle, in denen der letzte Wille Verstorbener nicht erfüllt werden kann, weil ein Testament vorliegt, das inhaltlich fehlerhaft ist oder den gesetzlichen Formvorschriften widerspricht.“
Die Initiative empfiehlt allen, die ein Testament erstellen möchten, ein kostenloses Erstgespräch bei einem Notar oder einer Notarin. Die Veranstaltung gab den Teilnehmern wertvolle Einblicke in das Erbrecht und die Bedeutung einer geordneten Nachlassregelung.
Mit Testament Spenden
Vergissmeinnicht informiert neutral über die Aspekte eines gemeinnützigen Vermächtnisses. Rund 2.000 Testamente pro Jahr in Österreich sind gemeinnützig gestaltet, wodurch wichtige soziale Anliegen in Bereichen wie Kinderhilfe, Tierschutz, Umwelt- und Bildungsförderung unterstützt werden. „Diese Spenden kommen vor allem von Menschen ohne natürliche Erben, die über ihr Leben hinaus Gutes tun möchten“, erklärte Aichelburg.
Im vergangenen Jahr summierten sich die Vermächtnisse für gemeinnützige Zwecke auf insgesamt 115 Millionen Euro, was eine wesentliche Unterstützung für viele Hilfsprojekte darstellt.
Eine aktuelle Studie von Vergissmeinnicht unter 2.000 Österreichern zeigt, dass mittlerweile nahezu jeder fünfte Über-40-Jährige Interesse daran hat, einen Teil seines Vermögens wohltätigen Zwecken zu widmen, was sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt hat.
Gutes tun
In Einklang mit dem internationalen Trend in Industrienationen zeigt sich auch in Österreich eine steigende Zahl an kinderlosen Personen und Einpersonenhaushalten. Das Bedürfnis, auch nach dem Tod Gutes zu tun, ist für über die Hälfte der Befragten ein zentrales Motiv hinter Testamentsspenden. Mehr als 90 Prozent dieser Spenden stammen von alleinstehenden und kinderlosen Personen.
Aichelburg ergänzte: „In unseren österreichweiten Infoveranstaltungen sehen wir auch bei Personen mit Nachkommen den Trend, dass sich immer mehr Familien bewusst dafür entscheiden, einen Teil ihres Vermögens dem guten Zweck zu vermachen.“ Vermögensübertragungen liegen häufig zwischen 50.000 und 100.000 Euro, was zahlreiche wichtige NPO-Projekte im ganzen Land finanziert und oft auch die Grundlage für neue Hilfsprojekte darstellt.
Heute umfasst Vergissmeinnicht bereits 100 Mitgliedsorganisationen aus allen Bereichen der Gemeinnützigkeit, die gemeinsam die Überzeugung vertreten, dass ein Vermächtnis für den guten Zweck nachhaltig positive Spuren hinterlassen kann.


