Am 25. September 2025 berichtete Reuters unter Berufung auf europäische Sicherheitsquellen und interne Dokumente, dass chinesische Ingenieure zwischen 2024 und 2025 mindestens sechs Mal den unter westlichen Sanktionen stehenden Izhmash-Werk „Kupol“ besucht haben. Ziel der Besuche war die Überarbeitung und Erprobung militärischer Drohnen. Gleichzeitig erhielt der Betrieb Lieferungen chinesischer Aufklärungs- und Angriffsdrohnen.
Dokumentierte Kooperation zwischen China und Kupol
Die vorliegenden Rechnungen und Kontoauszüge zeigen, dass „Kupol“ 2024 über ein Dutzend Drohnen der Firma Sichuan AEE erhielt, welche von der russischen Verteidigungsbeschaffungsfirma „Vector“ importiert wurden, die ebenfalls unter Sanktionen der USA und der EU steht. Bereits im Juli 2025 hatte Reuters berichtet, dass „Kupol“ tausende Kamikaze-Drohnen des Typs „Harpy“ mit chinesischen Komponenten, darunter Triebwerke, produziere. Diese Drohnen sind nach dem Vorbild iranischer Shahed-Modelle konstruiert und können hunderte Kilometer zu vorprogrammierten Zielen fliegen und dort explodieren.
Technische Details und Tests vor Ort
Firmenunterlagen von Sichuan AEE belegen die Lieferung von Angriffsdrohnen A140 und A900 an russische Streitkräfte. Zudem wurden weitere Drohnenmodelle wie A60, A100 und A200 vereinbart. Chinesische Spezialisten reisten zum Werk in Iževsk, um die Drohnen zusammenzubauen und das Personal zu schulen. Später führten sie Tests auf dem Übungsgelände in Tschebarkul durch. Zusätzlich bestätigen Dokumente eine Erprobung der HW52V-Drohne des Herstellers Hunan Haotianyi im dritten Quartal 2024, einer vertikal startenden Drohne für Aufklärung, Zielmarkierung und Angriffe.
Politische Implikationen der Zusammenarbeit
China betont offiziell seine Neutralität im russisch-ukrainischen Krieg und lehnt die Lieferung tödlicher Waffen an Russland ab. Die dokumentierten Vorfälle untergraben jedoch diese Darstellung und werfen Fragen zu Pekings Rolle auf. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte vor dem UN-Sicherheitsrat, dass China Russland zum Kriegsende zwingen könne, da Moskau stark von Peking abhängig sei. Die Zusammenarbeit bei der Drohnenproduktion zeigt, dass China stattdessen die Kriegsfähigkeit Russlands stärkt.
Strategische Folgen für Konflikt und Sanktionen
Diese Kooperation deutet darauf hin, dass China ein strategisches Interesse an einer Verlängerung des Konflikts hat, um die Schwächung der Ukraine und die Abhängigkeit Russlands zu vertiefen. Der Ausbau der Verbindung zwischen „Kupol“ und chinesischen Herstellern macht China zu einem zentralen Teil der russischen Militärversorgungskette. Trotz westlicher Sanktionen kann Russland seine Drohnenproduktion dank chinesischer Unterstützung nicht nur erhalten, sondern sogar ausbauen.
Drohnen als fortwährende Bedrohung für die Ukraine
Die technische Hilfe ermöglicht Russland die stetige Verbesserung seiner Kamikaze-Drohnen, die weiterhin eine erhebliche Bedrohung für ukrainische Städte, kritische Infrastruktur und militärische Ziele darstellen. Die systematische Nutzung dieser Waffen führt zu einer dauerhaften Belastung der ukrainischen Luftabwehr und verstärkt die strategische Instabilität in der Region.


