In der Gemeinde Groß Gerungs im Bezirk Zwettl wurde ein mutmaßlicher Wolfsriss bekannt, der unter Landwirten und Anrainern für große Beunruhigung sorgt.
Am Samstagmorgen wurden auf einer Weide, die sich direkt neben Wohnhäusern befindet, drei tote, trächtige Mutterschafe festgestellt. Darüber hinaus sind mindestens drei weitere Tiere verletzt, darunter ein Mutterschaf mit zwei Lämmern, das durch einen Kehlbiss lebensbedrohliche Verletzungen erlitt. Zudem fehlen vier Lämmer.
Der betroffene Landwirt vermutet einen Wolfsangriff und fordert eine rasche Aufklärung des Vorfalls. Besonders besorgniserregend sei die Nähe zur Wohnsiedlung, in der auch Familien mit Kleinkindern leben. Die Besorgnis über die Sicherheit von Mensch und Tier nimmt zu.
Um den Vorfall zu klären, werden jetzt DNA-Proben entnommen und analysiert, um den Angreifer eindeutig zu identifizieren. Die zuständigen Behörden wurden bereits informiert. Zuletzt gab es in dieser Region vor zwei Jahren einen Wolfsangriff.
Ruf nach Regulierung
Gerhard Fallent von der Initiative wolfstopp.at kommentierte den Vorfall: „Die Schafbauern, wie die Familie Holzmann im Waldviertler Hochland, halten ihre Tiere nach höchsten Tierwohlstandards. Angesichts der massiven Wolfspräsenz haben sie jedoch keine Chance. Bis jetzt waren es Tiere. Ein Zwischenfall mit einem Kind ist, wie kürzlich in den Niederlanden geschehen, nur eine Frage der Zeit. Österreich ist aufgefordert, den Erhaltungszustand der Wölfe als ‚günstig‘ nach Brüssel zu melden und mit umfassenden Regulierungsschritten zu beginnen.“


