Ardo Austria Frost schließt Tiefkühlgemüsewerk in Groß-Enzersdorf
Ardo Austria Frost GmbH kündigte an, sein Werk in Groß-Enzersdorf, Niederösterreich, im Jahr 2027 zu schließen. Dies betrifft das größte industrielle Tiefkühlgemüsewerk in Österreich und hat die Landes- sowie Bundespolitik alarmiert.
Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich sprach von einem „schweren Schlag“ für die Beschäftigten und die rund 500 Landwirte, die mit dem Unternehmen zusammenarbeiten. Der Verband der Markenartikelindustrie (MAV) sah dies als „Alarmsignal für den gesamten heimischen Lebensmittelstandort“. Ardo plant, die Produktion an andere Standorte zu verlagern.
Das Werk beliefert unter anderem Marken wie Iglo sowie die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer werden etwa vier Prozent der landwirtschaftlichen Fläche im Marchfeld von Landwirten genutzt, die für Ardo produzieren. Im Jahr 2025 verarbeitete das Unternehmen Produkte von rund 270 Bauern und lieferte insgesamt 40.000 Tonnen Rohware im Wert von circa 18,5 Millionen Euro.
Ardo erklärte, dass für die Modernisierung des Werkes über 100 Millionen Euro erforderlich wären, was angesichts eines kleinen Marktes in Österreich nicht wettbewerbsfähig sei. Seit der Übernahme von Austria Frost im Jahr 2009 wurden bereits Millionen in neue Produktionslinien investiert. Die belgische Unternehmensgruppe plant, den österreichischen Markt künftig aus anderen europäischen Werken zu beliefern.
Die Schließung hat Auswirkungen auf 190 Beschäftigte und 50 Leiharbeitskräfte, für die ein Sozialplan entwickelt wird. Die Gemüseproduktion soll voraussichtlich bis Dezember 2026 fortgeführt werden, bevor sich der Fokus auf den Vertrieb aus einem neuen Standort in der Region Wien verlagert.
Einordnung
Die Schließung des Ardo-Werks stellt einen bedeutenden Einschnitt für die heimische Gemüseproduktion dar. Sie könnte langfristige Auswirkungen auf die lokale Landwirtschaft und die Verfügbarkeit von Tiefkühlgemüse haben. Die Reaktionen von Politik und Verbänden deuten darauf hin, dass die Branche vor Herausforderungen steht, die über die Auswirkungen dieser speziellen Schließung hinausgehen.


