Neue einheitliche Trinkgeldpauschale ab 2026 in Österreich für Gastronomie und Hotellerie

Oktober 21, 2025 09:42
Neue einheitliche Trinkgeldpauschale ab 2026 in Österreich für Gastronomie und Hotellerie

Ab 2026 wird eine einheitliche Trinkgeldpauschale in ganz Österreich eingeführt. Beschäftigte in der Gastronomie und Hotellerie sollen dadurch mehr Sicherheit, Klarheit und Absicherung erhalten. Darüber berichtet Welt Stimme.

GAILTAL. Trinkgeld spielt in der Tourismusbranche eine wesentliche Rolle für das Einkommen der Beschäftigten. Bisher gab es jedoch unterschiedliche Regelungen je nach Bundesland, was zu Verwirrungen führte. Die Bundesregierung hat nun eine neue, einheitliche Pauschalregelung beschlossen, die komplizierte Nachweise, unterschiedliche Beträge und Unsicherheiten bei der Sozialversicherung beseitigen soll.

Das Kernstück

Die neue Regelung sieht vor, dass Servicekräfte im Inkasso eine monatliche Pauschale erhalten, die im Jahr 2026 bei 65 Euro beginnt und 2027 auf 85 Euro sowie 2028 auf 100 Euro ansteigt. Beschäftigte ohne Inkasso erhalten eine Pauschale von 45 Euro, die bis 2028 auf 50 Euro erhöht wird. Teilzeitkräfte sind anteilig berücksichtigt. Ab 2029 wird eine jährliche Anpassung folgen. Diese Pauschalen werden zum Bruttolohn hinzugerechnet und bilden die Basis für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge, erklärt Heimo Mauczka von der Gewerkschaft vida.

Einheitliche Beträge

Bisher galten in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Pauschalsätze. Beispielsweise konnte die Pauschale in Tirol um bis zu 20 Euro höher sein als im Burgenland. Mit der neuen Regelung wird das Trinkgeld jedoch österreichweit einheitlich behandelt, was die Lohnverrechnung vereinfacht und mehr Planungssicherheit für Beschäftigte und Betriebe schafft. „Beschäftigte müssen nur dann aufschreiben oder melden, wenn ihr Trinkgeld unter der Pauschale liegt. Dann kann der SV-Beitrag geringer ausfallen“, so Mauczka.

Auswirkungen auf Lohn und Pension

Die Einbeziehung der Pauschale in die Sozialversicherung verbessert auch die Absicherung der Beschäftigten. Dies führt zu höheren Ansprüchen bei Arbeitslosengeld und Pension. Auch Teilzeitkräfte kommen von dieser Regelung in den Genuss. Die Gewerkschaft vida bewertet die neue Regelung als Schritt in Richtung mehr Fairness und Rechtssicherheit.

Troncsystem bleibt erhalten

In vielen Betrieben werden Trinkgelder gesammelt und gemeinsam verteilt. Dieses Troncsystem bleibt weiterhin möglich. Neu ist, dass die Beschäftigten ein Recht auf Information betreffend die Verteilung der Trinkgelder haben. Damit soll mehr Transparenz geschaffen werden. „Einige Arbeitgeber sammeln Trinkgelder und verteilen sie unter den Beschäftigten, einschließlich des Küchenpersonals. Das System kann je nach Betrieb variieren. Mit der neuen Trinkgeldregelung erhalten die Beschäftigten das Recht, zu erfahren, wie die Trinkgelder verteilt werden“, informiert die Gewerkschaft vida.

Kontrolle und Beratung

Die Trinkgeldpauschale wird künftig direkt auf dem Lohnzettel ausgewiesen, was es den Beschäftigten erleichtert zu überprüfen, ob ihr Betrieb die Regelung korrekt umsetzt. Bei Unsicherheiten können die Beschäftigten die Gewerkschaft vida kontaktieren unter +43 463 5870 72000 oder per Mail an kaernten@vida.at. „Wir begrüßen die neue Regelung, da sie durch die bundesweite Einheitlichkeit mehr Klarheit bringt. Uns war wichtig, dass Trinkgeld steuerfrei bleibt, aber dennoch in die Berechnung von Pension, Kranken- und Arbeitslosengeld einbezogen wird. Dies ist besonders wichtig für Beschäftigte in einer Branche mit hoher Fluktuation und saisonalen Arbeiten, häufig verbunden mit ‚Zwischenparken‘ beim AMS. Die Trinkgeldpauschalen bieten den Beschäftigten die notwendige Absicherung“, schließt Mauczka.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

E-Control: Gasnetzkosten steigen 2026 um 18,2 Prozent, Stromgebühren nur leicht erhöht
Vorheriger artikel

E-Control: Gasnetzkosten steigen 2026 um 18,2 Prozent, Stromgebühren nur leicht erhöht

Diana Jungwirth erreicht 23. Platz bei "Browista Worldwide Championship" in Rotterdam
Nächster artikel

Diana Jungwirth erreicht 23. Platz bei „Browista Worldwide Championship“ in Rotterdam

Nicht verpassen