Burgenlands Industrie zeigt besorgniserregenden Rückgang – Stimmungsumfrage 2025 offenbart dramatische Veränderungen

Oktober 23, 2025 11:22
Burgenlands Industrie zeigt besorgniserregenden Rückgang – Stimmungsumfrage 2025 offenbart dramatische Veränderungen

Die Industriekonjunktur Burgenland zeigt einen dramatischen Rückgang. Dies geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage für das dritte Quartal 2025 der Industriellenvereinigung (IV) Burgenland und der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Burgenland hervor. Darüber berichtet Welt Stimme.

BURGENLAND. Bereits im Januar dieses Jahres hatte die Industriellenvereinigung (IV) Burgenland auf die schwierige Lage der heimischen Industrie hingewiesen. Die Befürchtungen scheinen sich nun zu bewahrheiten, wie die neueste Umfrage unter 24 burgenländischen Unternehmen mit insgesamt 3.700 Beschäftigten zeigt.

Die Zahl der Befragten, die die derzeitige Geschäftslage als schlecht beurteilen, ist nahezu auf 47 Prozent angestiegen, nachdem sie im zweiten Quartal 2025 bei nur 17 Prozent lag. Ähnlich verhält sich die Beurteilung des aktuellen Auftragsbestands, der sich von 18 auf 39 Prozent verschlechtert hat. Besonders der signifikante Rückgang bei Auslandsaufträgen verdeutlicht den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Rahmen, so die IV.

„Das ist ein Allzeit-Tief“

Lediglich die Verkaufspreise in drei Monaten und die Geschäftslage in sechs Monaten bilden eine Ausnahme vom Negativtrend, da sich diese Werte stabil zeigen. 96 Prozent der Befragten erwarten, dass die Verkaufspreise gleich bleiben werden. Der erwartete Personalstand hingegen fällt, 39 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem Rückgang. „Das ist ein Allzeit-Tief“, sagt Aniko Benkö, Geschäftsführerin der IV Burgenland. „Wir erleben einen signifikanten Rückgang. Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage haben einen absoluten Tiefpunkt erreicht. Es bleibt zu hoffen, dass sich die geschäftliche Situation in einem halben Jahr tatsächlich verbessert, wie von den Befragten erwartet.“

Was es bräuchte

Um wirtschaftlich wieder voranzukommen, müssen die Kosten für Unternehmen dringend gesenkt werden, so Aniko Benkö. „Die heimischen Industrieunternehmen stehen unter immensem Kostendruck. Es gilt nicht nur, diese Kosten zu verringern, sondern es sind auch entscheidende Impulse erforderlich, um den Wirtschaftsmotor wieder anzukurbeln“, betont Benkö.

Die Industrie sieht sich hohen Lohnstückkosten gegenüber und benötigt Unterstützung bei Energiepreisen sowie eine Reduzierung der Bürokratie. „Zusätzlich zu diesen Rahmenbedingungen benötigen wir klare Investitionsanreize. Die österreichische Industrie ist exportorientiert; daher muss Österreich offen für neue Freihandelsabkommen sein und positiv für das Mercosur-Abkommen eintreten.“ Es sind gezielte Maßnahmen erforderlich, um eine Wachstumsperspektive zu schaffen.

Diese Sichtweise teilt auch Ewald Hombauer, Geschäftsführer der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Burgenland. Die Wirtschaftspolitik müsse aktiv werden. „Um das mittel- und langfristige Wachstumspotenzial zu erhöhen, müssen nationale Strukturreformen sowie eine Verbesserung der industrie- und handelspolitischen Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene zügig anpackt werden.“

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