Niederösterreich setzt auf Regenwasserpläne zur Bewältigung von Wetterextremen

August 4, 2025 20:56
Niederösterreich setzt auf Regenwasserpläne zur Bewältigung von Wetterextremen

Um den Herausforderungen des Klimawandels in Niederösterreich zu begegnen, setzt die Landesregierung auf innovative Regenwasserpläne zur besseren Bewältigung von Starkregenereignissen und Dürreperioden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Rückhaltung von Regenwasser und der Versickerung vor Ort.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind in Niederösterreich zunehmend spürbar, was sich in überlasteten Kanalsystemen, lokalen Überflutungen und Trockenperioden äußert. Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken, wurde das Konzept der Regenwasserpläne als neues Planungsinstrument eingeführt.

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) betont die Bedeutung eines zukunftsorientierten Wassermanagements: „Wasser ist Fluch und Segen zugleich, das merken wir in verregneten Sommern genauso wie während Dürren oder Hochwässern. Unser Ziel muss es sein, den Regentropfen möglichst vor Ort zurückzuhalten und im Boden versickern zu lassen. Damit können Abflussspitzen reduziert und das Grundwasser gezielt angereichert werden.“

Erste Gemeinden profitieren

Aktuell arbeiten vierzig Gemeinden an der Erstellung von Regenwasserplänen, während weitere zwanzig in der Vorbereitungsphase sind. Der Plan wurde bereits in der Gemeinde Hürm vor dem Hochwasser 2024 erstellt und zeigt bereits spürbare Vorteile. Bürgermeister Johannes Zuser (ÖVP) erklärt: „Wir konnten bereits einzelne Maßnahmen des Regenwasserplans umsetzen, was uns bei der Hochwasserkatastrophe sehr geholfen hat. Der Regenwasserplan ist eine sehr gute Möglichkeit, um auf zunehmende Starkregenereignisse zu reagieren.“

Unterstützung durch das Land NÖ

Die Kosten für die Erstellung eines Regenwasserplans variieren je nach örtlichen Gegebenheiten zwischen 60.000 und 90.000 Euro, wobei das Land Niederösterreich bis zu 40 Prozent der Kosten übernimmt. Besonders effektive Maßnahmen sind unter anderem die Einrichtung dezentraler Rückhaltebecken und die Entsiegelung versiegelter Flächen, die ebenfalls durch den Bodenbonus gefördert werden. Die Entwicklung der Pläne erfolgt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachbereichen wie Raumordnung, Verkehr, Wasserbau und Landwirtschaft, wobei auch die Bevölkerung in den Prozess einbezogen wird.

„Wir arbeiten an der besten Zukunft unserer Kinder. Wasser ist unsere Lebensgrundlage Nummer eins, wir schützen und nützen es“, so Pernkopf abschließend.

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