Der Wiener Baustoffhändler Quester hat am Montag beim Handelsgericht Wien einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingereicht, nachdem zuvor Berichte über finanzielle Schwierigkeiten bekannt wurden.
Darüber berichtet Welt Stimme.
Bereits am 31. Oktober wurde publik, dass das Unternehmen mit Sitz in Döbling die Gehälter für Oktober an die rund 300 Mitarbeiter nicht ausgezahlt hat und sich in einer finanziell „angespannten Situation“ befindet.
Laut „Kurier.at“ wurde am Montagvormittag bekannt, dass Quester aufgrund der „anhaltend negativen Entwicklung der Bauindustrie“ in das Sanierungsverfahren eintreten wolle. Die Firma war telefonisch für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Nach 10.30 Uhr kam die offizielle Bestätigung: Das Unternehmen gab in einer Aussendung bekannt, dass der Antrag beim Handelsgericht gestellt wurde. Gleichzeitig informierte Quester, dass Gespräche mit potenziellen Investoren geführt werden, um die Finanzierung eines Sanierungsplans sicherzustellen. „Die nahtlose Fortführung des Betriebes wird mit dem Insolvenzverwalter auf Basis der bereits erarbeiteten Fortbetriebsplanung abgestimmt werden“, so die Mitteilung des Unternehmens.
Arbeiterkammer informiert
Die Arbeiterkammer (AK) äußerte sich ebenfalls zur Notlage des Unternehmens und erklärte, dass den betroffenen Arbeitnehmern Unterstützung angeboten wird, damit niemand auf seine Lohn- und Gehaltsforderungen verzichten muss. Zudem wird klargestellt, dass das Arbeitsverhältnis durch die Eröffnung des Verfahrens nicht beendet wird und die Arbeitnehmer weiterhin zur Erbringung der Arbeitsleistung bereit sein müssen.
Unentschuldigtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz könnte zum Verlust von Ansprüchen führen, auch wenn Gehälter nicht ausgezahlt werden. Bei einer hohen Anzahl betroffener Mitarbeiter plant die AK zudem, Informationsveranstaltungen zu organisieren. „Wir wissen, wie belastend die Situation ist. Deshalb bündeln wir Kräfte und sind schnell vor Ort – rechtlich, organisatorisch und menschlich“, erklärte Daniel Holzer, Insolvenzexperte der AK.


