Strompreise in Österreich um 35,9 Prozent höher als im Vorjahr

November 3, 2025 21:12
Strompreise in Österreich um 35,9 Prozent höher als im Vorjahr

Im September 2025 sanken in Österreich die Preise für Strom, Gas und Treibstoffe, während Heizenergieträger wie Heizöl, Pellets und Brennholz mit Beginn der Heizsaison teurer wurden. Insgesamt ging der Energiepreisindex im Monatsvergleich um 0,6 Prozent zurück, lag aber weiterhin 7,9 Prozent über dem Vorjahresniveau.

ÖSTERREICH. Die Energiepreise in Österreich zeigten im September ein gemischtes Bild. Während Strom, Gas und Treibstoffe günstiger wurden, zogen die Preise für Heizenergieträger wie Heizöl, Pellets und Brennholz mit Beginn der Heizsaison spürbar an. Laut der Österreichischen Energieagentur sank der Energiepreisindex (EPI) gegenüber August um 0,6 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Energiepreise jedoch um 7,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Darüber berichtet Welt Stimme.

Strompreise weiter deutlich über Vorjahr

Die Strompreise gingen im September gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent zurück. Im Jahresvergleich blieb Strom jedoch ein zentraler Preistreiber: Mit einem Plus von 35,9 Prozent lagen die Endkundenpreise weiterhin deutlich über dem Niveau von 2024. Ursache dafür waren höhere Netzentgelte und das Auslaufen staatlicher Unterstützungsmaßnahmen zu Jahresbeginn.

Mit dem kommenden Jahreswechsel dürfte sich dieser Effekt jedoch abschwächen. Die Regulierungsbehörde hat den Entwurf der Netzentgelte für 2026 bereits veröffentlicht. Demnach wird es regionale Unterschiede geben: Während Kundinnen und Kunden in Wien und Salzburg mit sinkenden Entgelten rechnen können, steigen diese in Niederösterreich, Tirol und im Burgenland deutlich. Insgesamt ist ein leichter Anstieg vorgesehen, der aber voraussichtlich unter der allgemeinen Inflation liegen dürfte.

Erdgaspreise leicht rückläufig

Erdgas verbilligte sich im September um durchschnittlich 1,5 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Preise 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ab 2026 dürften die Netzentgelte für Gas allerdings österreichweit steigen – teils spürbar. Als Grund nennt der Regulator sinkende Absatzmengen und den Wegfall von Transiterlösen im Gastransport.
„Konsequenterweise zeigt das die Notwendigkeit zur Entwicklung von Konzepten für einen geordneten Rückbau der Gasinfrastruktur auf“, erklärt Lukas Zwieb, Energieexperte der Österreichischen Energieagentur.

Treibstoffe folgen verzögert dem Ölpreisrückgang

An den internationalen Rohölmärkten setzte sich seit dem Sommer ein Preisrückgang fort. Das Überangebot drückt die Rohölpreise, doch die Entlastung bei den europäischen Treibstoffpreisen zeigt sich nur langsam. Gleichzeitig steigen die Raffineriemargen.
Diesel wurde im September um ein Prozent günstiger, Superbenzin um 0,5 Prozent. Im Jahresvergleich blieben beide Treibstoffe praktisch auf Vorjahresniveau. Heizöl verteuerte sich hingegen leicht um 0,3 Prozent, lag im Jahresvergleich um 0,2 Prozent höher.

Holzpellets und Brennholz teurer

Mit Beginn der Heizsaison legten die Preise für feste Brennstoffe zu. Holzpellets verteuerten sich im Monatsvergleich um 2,1 Prozent und lagen 5,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Brennholz kostete im September 1,7 Prozent mehr als im August, blieb jedoch im Jahresvergleich um 3,9 Prozent günstiger.

Energiepreise bleiben Inflationsfaktor

Während der allgemeine Verbraucherpreisindex (VPI) im September um 0,2 Prozent sank und im Jahresvergleich um vier Prozent zulegte, fiel der Energiepreisindex deutlich dynamischer aus. Nach dem Rückgang im Monatsvergleich bleibt Energie damit weiterhin ein großer Inflationstreiber – vor allem durch die hohen Strompreise.

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