Fünf Experten der HR-Branche haben sich mit den Themen Achtsamkeit und Arroganz auseinandergesetzt und gaben beim 8. Employer Branding Forum von core smartwork im Fill Future Dome am 6. November Einblicke in ihre Erkenntnisse. Darüber berichtet Welt Stimme.
GURTEN. Ali Mahlodji, EU-Jugendbotschafter und Autor, eröffnete die Vorträge mit seinem Thema „The Mindful Company – Menschlichkeit trifft Leadership“. Er betonte, dass derzeit lediglich neun Prozent der Österreicher ihren Job mit „Hand, Herz und Hirn“ ausführen, während 91 Prozent nur „Dienst nach Vorschrift“ leisten. Trotz dieses Missmutes sind nur 20 Prozent bereit, ihren Job zu kündigen. Mahlodji erklärte: „Wir haben Leute, die ihre Zeit aussitzen“. Er empfahl eine starke „Wir-Kultur“ in Unternehmen, die für das Engagement der Mitarbeiter von entscheidender Bedeutung sei. Dieses starke „Wir“ erfordere ein starkes „Ich“, was bedeutet, dass professionelle Persönlichkeitsentwicklung in Unternehmen unerlässlich ist. „Ich sehe in dir, was du nicht siehst, und ich zeige dir, wie du wachsen kannst“ sollte das Leitmotiv jedes Unternehmens sein.
Projektstrategin und FH-Professorin Miriam Thon sprach über „Veränderungen achtsam begleiten – Impulse für eine nachhaltige Führungskultur“. Sie stellte fest, dass Mitarbeiter, ähnlich wie Pflanzen, ein passendes Umfeld benötigen, um zu wachsen. Zudem betonte sie die Notwendigkeit für Führungskräfte, mit den Emotionen der Angestellten umzugehen und „auf diesen Emotionen zu surfen“. Thon erklärte, dass Organisationen aus Spielregeln bestehen, wobei Transparenz, das Öffentlich-Machen von Wissen sowie der Einsatz von Richtlinien und Prinzipien die wichtigsten sind.
Ein Hoch auf den „Seufzer“
Christian Rieger, Werkzeugmacher, Leistungssportler und Mentaltrainer, übernahm das Wort und schilderte seine Erfahrungen mit Achtsamkeit. Nach seiner eigenen Unzufriedenheit in seiner Firma traf er auf einen „Achtsamkeitslehrer“. Auch Unternehmen wie SAP und Google haben die Relevanz von Achtsamkeit erkannt, da diese hilft, ins Hier und Jetzt zurückzukehren und aktiver zu werden. Rieger propagierte insbesondere den „Seufzer“ als hilfreiches Mittel, auch in Meetings. Sein Credo lautet: „Sag alles, wie es ist, aber überlege, wie du es kommunizierst“.
„Nirgendwo ist man gleicher als in der Sauna“
Helena Schneider, HR-Expertin und Dozentin, hielt einen Vortrag mit dem Titel „A Nordic Mind – wie wir unsere Arbeitswelt revolutionieren können“. Sie möchte sicherstellen, dass alle Generationen „Fit for a digital future“ sind und eine wertschätzendere Zusammenarbeit in der Arbeitswelt fördern. Finland könne als Vorbild dienen, da es hochdigitalisiert ist und Werte wie Vertrauen, Zufriedenheit, Gleichheit und Glücklichkeit stark betont. Diese Elemente seien auch für Unternehmen von großer Bedeutung.
Gemeinsame Wellenlänge als Ziel
Sören Flimm, Musiker und Resonanztrainer, beleuchtete in seinem Vortrag das Thema „Resonanz – Menschen verstehen, bewegen und gewinnen“. Er hob hervor, dass es entscheidend sei, eine gemeinsame Wellenlängen zu finden, um soziale Resonanzbeziehungen aufzubauen. Dies geschehe nicht selbstzentriert, sondern durch eine positive Wirkung auf andere. Flimm verwendete Musik und emotionale Filme als Beispiele, um darzustellen, wie Resonanz entwickelt werden kann. Diese Fähigkeit, andere emotional zu bewegen, wird in einer Welt, in der Fachwissen und Dienstleistungen zunehmend austauschbar sind, immer wichtiger.


