Die Sicherheitslage in Graz und die Veränderungen im Polizeiwesen stehen im Mittelpunkt einer neuen Serie.
GRAZ. Anlässlich der Auftaktveranstaltung zur Serie „Kriminalität in Graz“ wird die Wahrnehmung von Sicherheit in der steirischen Landeshauptstadt beleuchtet. Stadtpolizeikommandant Thomas Heiland, der auf 33 Jahre Erfahrung im Polizeidienst zurückblicken kann, gibt Einblicke in aktuelle Herausforderungen und Veränderungen in der Polizeiarbeit.
Wie Heiland erklärt, haben technische Entwicklungen, insbesondere Smartphones und soziale Medien, die Polizeiarbeit grundlegend beeinflusst. „Die Möglichkeiten zu kommunizieren und zu dokumentieren haben die Dynamik unserer Einsätze verändert“, so der Polizeichef. Er betont, dass Handyfotos und -videos wertvolle Beweise liefern können, gleichzeitig jedoch auch die Verbreitung von Falschmeldungen begünstigen.
Hohe Anzahl an Notrufeinsätzen im ersten Halbjahr 2025
Im ersten Halbjahr 2025 bearbeiteten die rund 730 Polizeiangehörigen in Graz insgesamt 36.215 Notrufeinsätze. Trotz dieser hohen Zahl zeigt sich Heiland optimistisch: „Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, ist sehr gering. Und wenn etwas passiert, sind wir durch unser dichtes Netz an Streifen sehr schnell vor Ort.“ Seine Einschätzung der Sicherheitslage ist positiv, was auch an der guten Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinde liegen könnte.
Heiland weist zudem darauf hin, dass die heutige Gesetzeslage für die Exekutive immer komplexer wird. „Psychologische und soziologische Aspekte haben an Bedeutung gewonnen. Man benötigt einen ganzheitlichen Blick, um Gesetz und Recht im Verhältnis zur Gesellschaft wahrzunehmen“, merkt der Polizeichef an. Dies sei von Bedeutung, um mit der steigenden Aggressivität in Teilen der Bevölkerung umzugehen.
Abschließend appelliert Heiland an die Grazerinnen und Grazer, für ein sicheres Umfeld zu sorgen: „Sich für andere verantwortlich fühlen, im öffentlichen Raum und in der Nachbarschaft nicht nur auf sich selbst schauen.“ Dies beinhalte auch, technische Sicherheitsvorkehrungen zu nutzen und im Ernstfall die Polizei ohne Zögern zu kontaktieren.


