Unternehmer in Horn kritisieren Baustellensommer 2025, der den innerstädtischen Verkehr stark beeinträchtigt.
STADT HORN. Der Baustellensommer 2025 bereitet den Betrieben in der Innenstadt von Horn erhebliche Probleme. Gleichzeitige Baustellen und eine unklare Beschilderung führen nicht nur zu Unmut unter den Unternehmern, sondern auch zu Verunsicherung bei den Kunden. Die Geschäfte im Zentrum berichten von spürbaren Rückgängen bei der Kundenfrequenz und den Umsätzen. Insbesondere die Unternehmerinnen Sonja Resch und Vanessa Melzer haben die Schwierigkeiten bei einem Rundgang mit der Redaktion hervorgehoben.
Resch, die eine Trafik in der Thurnhofgasse führt, erklärt, dass viele Kunden unsicher sind, ob die Zufahrt zu ihrem Geschäft erlaubt ist. Die Annahme, die Innenstadt sei komplett gesperrt, führt dazu, dass Stammkunden fernbleiben und spontane Einkäufe ausbleiben. Verwirrende oder veraltete Baustellenschilder erschweren zusätzlich die Orientierung. Die Parkplatzsituation ist angespannt, und auch falsche Schilder, die nicht mehr aktuell sind, behindern den Verkehr. Besonders frustrierend sind auch unnötige Sperren rund um Veranstaltungen, die oft lange im Voraus und nach dem Event bestehen bleiben. Vor ihrer Trafik blockieren zudem ein Blumentrog und ein Mülleimer wertvolle Parkplätze – eine versprochene Versetzung des Mülleimers wurde bislang nicht umgesetzt.
Unklare Beschilderung führt zu Chaos
Melzer von „Schwesterherz – Lifestyle & Fashion“ sieht die mangelhafte Kommunikation als zentrales Problem. Weder die Stadtverwaltung noch die ausführenden Firmen informieren die Geschäfte über anstehende Baustellen oder die betroffenen Bereiche. Dies erschwert es den Unternehmern, sich vorzubereiten und ihre Kunden zu informieren. Auch Lieferanten haben Schwierigkeiten, da die Zufahrten schwer erkennbar sind und die Schilder oft widersprüchliche Informationen liefern. Bereits kam es zu Verkehrsunfällen, weil Autofahrer versuchten, die teils überdimensionalen Schilder im Vorbeifahren zu entziffern.
Die Betreiber berichten nicht nur von finanziellen Einbußen, sondern machen sich auch Sorgen um ihr Personal. Resch hebt hervor, dass Mitarbeiter nicht einfach entlassen werden können, nur weil weniger Kunden kommen. Die laufenden Kosten bleiben bestehen, auch wenn die Einnahmen sinken. Ein funktionierender Geschäftsbetrieb in der Innenstadt erfordert verlässliche Rahmenbedingungen, einschließlich einer klaren und lösungsorientierten Baustellenplanung. Die zusätzliche Unsicherheit durch unklare Zufahrtsregelungen könnte zu weiteren Verlusten führen.
Zufahrten sind zulässig
Obwohl die Stadtgemeinde Horn via Social Media um Geduld wirbt und die Unterstützung der lokalen Betriebe anmahnt, wird dies von den Unternehmern als Reaktion auf Beschwerden gewertet. Der Wille zur Unterstützung ist zwar vorhanden, doch zwischen Ankündigungen und konkreten Maßnahmen gibt es noch viele Lücken. Das vorzeitige Aufstellen oder die verspätete Entfernung von Schildern und das Blockieren von Parkplätzen durch Container oder Lieferfahrzeuge wirken sich negativ auf alle Beteiligten aus. Die Anforderungen der Unternehmer sind klar: bessere Koordination, kürzere Beschilderungsphasen und mehr Verständnis für die Realität im Geschäfteleben.
Dennoch betonen die Betriebe, dass sie für ihre Kunden erreichbar bleiben. Viele der als gesperrt wahrgenommenen Zufahrten sind tatsächlich befahrbar, selbst direkt zu den Geschäften im Zentrum. Das Fahren in das Zentrum, auf den Hauptplatz und den Rathausplatz ist erlaubt, und das Parken dort ist möglich, wenn Plätze verfügbar sind. Die Zufahrt zu den Betrieben im Horner Zentrum ist zulässig – lassen Sie sich vom Schilderwirrwarr nicht entmutigen!


