Braun Maschinenfabrik: österreichische Lohnerhöhungen gefährden Wettbewerbsfähigkeit in Indien

November 20, 2025 04:11
Braun Maschinenfabrik: österreichische Lohnerhöhungen gefährden Wettbewerbsfähigkeit in Indien

Die Reise einer oberösterreichischen Wirtschaftsdelegation unter Leitung von Landesrat Markus Achleitner ins indische Pune nutzte Braun Maschinenfabrik-Geschäftsführer Lennart Braun, um sich ein Bild vom riesigen Markt im einwohnerreichsten Land der Welt zu machen. Darüber berichtet Welt Stimme.

PUNE, VÖCKLABRUCK. Angesichts monatlicher Löhne von 150 bis 300 Euro für Industriearbeiter in Indien sieht sich die Braun Maschinenfabrik mit 110 Mitarbeitern einem Wettbewerbsproblem gegenüber. „Wir sind wegen der österreichischen Lohnerhöhungen in Indien nicht mehr wettbewerbsfähig“, erklärte Braun. Das Unternehmen, das derzeit etwa 30 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, könnte jedoch von der rapide wachsenden Stahlproduktion in Indien profitieren. Diese soll gemäß Regierungsplan von 149 Millionen Tonnen im Jahr 2024 auf 300 Millionen Tonnen bis 2030 steigen. „Das ist so, als ob die gesamte Stahlproduktion Europas nochmals dazukäme.“

Die Braun Maschinenfabrik produziert Maschinen zum Trennen und Hochdruck-Schleifen von Stahl. Darüber hinaus beliefert sie Wasserkraftwerke mit Ausrüstung, etwa Rechenreinigungsmaschinen. 87 Prozent der Produkte werden exportiert. Um preislich konkurrenzfähig zu bleiben, werden für den asiatischen Markt teilweise Maschinen im Wert von bis zu sieben Millionen Euro in China montiert.

Schweißen ist Spezialität

„Wir sind gezwungen zu überlegen, welchen Teil der Wertschöpfung wir in Österreich halten können, weil wir ansonsten nicht mehr wettbewerbsfähig sind“, so Braun, der auch Vorsitzender der Jungen Industrie Oberösterreich ist. Die Sicherstellung der Qualität ist eine große Herausforderung, insbesondere wenn Teile der Produktion verlagert oder ausgelagert werden. Bereits jetzt wird in Osteuropa und Asien zugekauft, wobei Braun anmerkte: „Wir haben schon vor Jahren die Fertigungstiefe reduziert, um preislich mithalten zu können.“ Dennoch betonte er: „Komplexe Schweißkonstruktionen machen wir selbst, Schweißen ist unsere Spezialität.“

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