Der Sonnenmarkt Oberwart, ein einzigartiges Projekt der Solidarität, hat in den letzten vier Jahren Tausenden von Burgenländerinnen und Burgenländers in schwierigen Lebenslagen Unterstützung geboten. Hier konnten nicht nur notwendige Güter für den Alltag erworben werden, sondern auch neue Hoffnung geschöpft werden. Darüber berichtet Welt Stimme.
OBERWART. Vor vier Jahren öffnete der Sonnenmarkt, ein Sozialmarktprojekt in der Wienerstraße, seine Türen. „Aus einer Idee wurde eine gelebte Solidarität, die dank des unermüdlichen Einsatzes der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von Ehrenamtlichen sowie zahlreicher Partnerschaften möglich wurde“, erklärte Soziallandesrat Leonhard Schneemann und unterstrich die Bedeutung dieser Einrichtung für Menschen in schwierigen Situationen.
Der Sonnenmarkt ist Teil eines vom Land Burgenland initiierten, gemeinnützigen Projekts zur Armutsbekämpfung und wird von der Volkshilfe Burgenland betrieben. „Dieser Markt ist ein Herzensprojekt und ein starkes Zeichen für die soziale Verantwortung im Burgenland. Er zeigt, wie wir Menschen mit geringerem Einkommen entlasten und gleichzeitig zur Nachhaltigkeit beitragen“, betonte Volkshilfe Burgenland-Präsidentin Verena Dunst.
Start in Oberwart
Das Konzept des Sonnenmarkts verdeutlicht, „wie wichtig es ist, dass eine Gesellschaft sich um diejenigen kümmert, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, so Schneemann. Mittlerweile wurde das Ziel, in jedem Bezirk des Burgenlandes einen Sonnenmarkt einzurichten, erreicht. Der Markt in Oberwart eröffnete im Oktober 2021 als erster Sozialmarkt unter diesem Label im Burgenland. Weitere Standorte kamen in Mattersburg, Neusiedl, Güssing, Oberpullendorf, Eisenstadt und ein mobiler Sonnenmarkt im Bezirk Jennersdorf hinzu.
„Die beeindruckenden 65.000 Einkäufe bestätigen, wie wichtig dieses Angebot für die Menschen in unserer Region ist.“
Verena Dunst, Präsidentin Volkshilfe Burgenland
Seit der Eröffnung verzeichnet der Sonnenmarkt in Oberwart über 65.000 Einkäufe – etwa 59.000 im Sonnenmarkt, ergänzt durch rund 6.500 im Sonnencafé. Diese Zahlen zeigen die hohe Nachfrage und die Relevanz des Angebots für viele Menschen im Alltag. Das Sonnencafé dient als Begegnungsort, an dem sich die Kundinnen und Kunden in angenehmer Atmosphäre aufhalten, soziale Kontakte pflegen und neue knüpfen können. „Das Café trägt wesentlich zur sozialen Teilhabe und zum Gemeinschaftsgefühl bei“, so Dunst.
„Vorreiter für soziale Gerechtigkeit“
„Wir sehen uns als Vorreiter für soziale Gerechtigkeit in ganz Österreich und bekämpfen Armut und Ungerechtigkeit mit konkreten sozialpolitischen Maßnahmen“, betonte der Landesrat. Das Burgenland weist mit 6,4 Prozent die geringste Armutsgefährdung aller Bundesländer auf.
„Besonders stolz bin ich auf das Sonnencafé, das zu einem Ort der Begegnung geworden ist – ein Platz, an dem Gemeinschaft entsteht und soziale Teilhabe möglich wird.“
Verena Dunst
Die Erfolge beruhen auf einer effektiven Sozial- und Wirtschaftspolitik. „Das Burgenland bietet durch Wohnkosten- und Wärmepreisdeckel die beste Unterstützung gegen die Teuerung“, so Schneemann. Gratiskindergarten, kostenlose Nachhilfe und Mindestlohn sind weitere Maßnahmen, die der Armutsvermeidung dienen. Schneemann bedankte sich bei allen, die in den letzten vier Jahren für den Sonnenmarkt Oberwart gearbeitet haben. „Ohne ihre Hilfe wäre dieses wichtige Projekt nicht möglich gewesen. Gemeinsam werden wir weiterhin für die Menschen da sein, die unsere Unterstützung benötigen.“
Sonnenmarkt und Sonnenmobil
Der Zugang zum Sonnenmarkt ist an das Haushaltseinkommen gebunden: Für einen Einzelhaushalt liegt die Obergrenze bei netto 1.661 Euro, für einen Zweipersonenhaushalt bei netto 2.492 Euro, mit einem zusätzlichen Betrag von 831 Euro für jede weitere erwachsene Person und 498 Euro pro Kind unter 14 Jahren, sowie für Personen in akuten finanziellen Notlagen.
Der Sonnenmarkt und das Sonnenmobil bieten Unterstützung für Burgenländerinnen und Burgenländer mit geringem Einkommen. Durch eine Einkaufsberechtigung können Lebensmittel, Hygiene- und Haushaltsprodukte zu etwa einem Drittel des regulären Preises erworben werden.


