Wahlen zur Landwirtschaftskammer: Vier Listen treten gegen den Bauernbund in Deutschlandsberg an

Jänner 18, 2026 09:39
Wahlen zur Landwirtschaftskammer: Vier Listen treten gegen den Bauernbund in Deutschlandsberg an

Wahlen zur Landwirtschaftskammer in Deutschlandsberg: Der ÖVP-Bauernbund verteidigt 12 von 15 Sitzen. SPÖ, FPÖ und Unabhängige streben Gewinne an, während die Grünen ihren ersten Einzug planen.
Darüber berichtet Welt Stimme.

Der Wahltermin ist der 25. Januar, an dem 9.491 Bäuerinnen und Bauern sowie Grundbesitzer im Bezirk Deutschlandsberg, hauptsächlich aus Stainz (1.444 Wähler), ihre Vertreter wählen können. Die Stimmabgabe erfolgt entweder durch Briefwahl oder in einem der 15 Wahllokale.

Im Fokus stehen 15 Sitze in der Bezirkskammer Deutschlandsberg. Der ÖVP-Bauernbund unter der Führung des Bezirkskammer-Obmanns Christian Polz hat eine klare Mehrheit mit zwölf Mandaten zu verteidigen.

Vier Listen streben an, ihre Sitze zu erhöhen

Drei Fraktionen halten derzeit je ein Mandat: die SPÖ-Bauern als zweitstärkste Kraft, die letztmals vor 20 Jahren ein zweites Mandat gewinnen konnten. Johann Lenz, ein Gemeinderat der SPÖ und Betreiber eines Lämmermastbetriebs, führt die Liste und setzt sich für die Belange der Bergbauern ein, insbesondere in Bezug auf erhöhten Arbeitsaufwand und Preisfragen. Er betont die Bedeutung regionaler Vernetzung.

Josef Thomann von der Freiheitlichen Bauernschaft der FPÖ nimmt erneut an den Wahlen teil. Er kritisiert die übermäßige Bürokratie, das kürzlich beschlossene Mercosur-Freihandelsabkommen sowie die Entwaldungsverordnung und fordert mehr Unterstützung für Betriebe. Die Freiheitlichen sind seit 2016 wieder in der Bezirkskammer vertreten, mussten jedoch vor fünf Jahren ein Mandat abgeben.

Erstmals tritt Anton Ertl für den Unabhängigen Bauernverband (UBV an. Als Land- und Forstwirt aus Groß St. Florian weist er auf das „Landwirtesterben“ hin – im Bezirk hat sich die Zahl der Bauern seit den 80er Jahren mehr als halbiert. Ertl möchte die Lebensbedingungen für Landwirte verbessern und faire Rahmenbedingungen schaffen. Der UBV konnte 2011 auf Anhieb in die Bezirkskammer einziehen und hält seitdem einen Sitz.

Die Grünen Bäuerinnen und Bauern planen, erstmals unabhängig in die Bezirkskammer einzuziehen, angeführt von Martin Kügerl. Er befürchtet ebenfalls Nachteile durch das Mercosur-Abkommen, da kleinere Betriebe mit günstigen Importen nicht konkurrieren können. Kügerl fordert, dass die regionale Versorgung langfristig gesichert und Holz nachhaltig genutzt werden sollte. Die Grünen verpassten 2016 den Einzug.

Zusätzlich zu den Wahlen in die Bezirkskammer stehen auch die Wahlen zur Landeskammer an, wo der Bauernbund mit 29 von 39 Mandaten ebenfalls die stärkste Kraft ist, gefolgt von den Unabhängigen mit vier Sitzen. SPÖ, FPÖ und Grüne verfügen über jeweils zwei Sitze.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Pizza bleibt führend: Beliebteste Bestellungen und neue Trends bei Österreichs Lieferdiensten 2025
Vorheriger artikel

Pizza bleibt führend: Beliebteste Bestellungen und neue Trends bei Österreichs Lieferdiensten 2025

Anstieg der Privatinsolvenzen in Wien: 3.319 Fälle im Jahr 2025 trotz steigender Arbeitslosigkeit
Nächster artikel

Anstieg der Privatinsolvenzen in Wien: 3.319 Fälle im Jahr 2025 trotz steigender Arbeitslosigkeit

Nicht verpassen