Die ÖBB Rail Cargo zieht mit Wirtschaftspartner Alpacem in Wietersdorf eine durchaus positive Bilanz nach rund 100 Tagen Güterverkehr auf der Koralmbahn. Darüber berichtet Welt Stimme.
WIETERSDORF. Bei der Bilanz wurde eindrucksvoll demonstriert, wie die Umweltfreundlichkeit der Schiene mit der Flexibilität der Straße kombiniert werden kann.
Mehr Kapazitäten
Christoph Grasl, Geschäftsführer der ÖBB Rail Cargo Group, stellte bei der Pressekonferenz am Firmensitz von Alpacem in Wietersdorf dem Güterverkehr durch die Koralmbahn ein positives Zeugnis aus: „Mit der neuen Zugverbindung haben wir bis zu 30 Prozent mehr Trassenkapazität, durch mehr Effizienz verbrauchen die Züge weniger Energie und können gleichzeitig mehr Ladung transportieren.“ Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit stehen dabei im Fokus.
Mehr Effizienz, weniger Energie
Die positiven Aspekte umfassen kürzere Fahrzeiten und eine flache Strecke – weniger Steigungen führen zu einem reduzierten Energieverbrauch. Seit dem Start der Koralmbahnverbindung Mitte Dezember 2025 hat die ÖBB rund 1.050 Güterzüge mit über einer Million Tonnen Waren transportiert. „Wenn man bedenkt, dass ein Lkw etwa 20 Tonnen transportieren kann, haben wir damit rund 50.000 Lkw-Ladungen ersetzt“, so Grasl weiter.
Südachse gestärkt
Die ÖBB Rail Cargo Group sieht sich gut positioniert, um noch mehr Güterverkehr auf die Schienen zu verlagern. Dies ist für den südösterreichischen Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung. Gemeinsam mit der bestehenden Strecke über den Neumarkter Sattel verfügt die Südachse nun über vier Gleise. „Dank der zusätzlichen Kapazitäten können wir unseren Kunden deutlich schnellere Verbindungen innerhalb Südösterreichs und in Richtung der Adriahäfen anbieten. Damit stärken wir Österreich nachhaltig als Logistikdrehscheibe im Herzen Europas“, betont Grasl.
Land und Leute profitieren
Das Beispiel Alpacem zeigt, wie Unternehmen davon profitieren können. „Wir sind stolz und froh, dass in die Südregion investiert wird“, erklärte Alpacem-Geschäftsführer Bernhard Auer beim Pressetermin im Görtschitztal. Für Alpacem rücken die Standorte Wietersdorf und Peggau näher zusammen, was neue Beschaffungs- oder Absatzmärkte im adriatischen Raum eröffnet. „Die Koralmbahn bringt für uns noch verlässlichere und effizientere Transporte und bestärkt uns darin, unsere Logistik konsequent auf die Schiene zu setzen“, so Auer weiter. Die Vorteile für mehr Güterverkehr auf der Schiene liegen laut Alpacem-Geschäftsführung auf der Hand: nachhaltigere und effizientere Transporte, weniger Lärmbelastung für die Bevölkerung und weniger Umweltbelastung.
Prototyp präsentiert
Im Werk in Wietersdorf wird demonstriert, wie Schiene und Straße im Bereich des Gütertransports synergistisch zusammenarbeiten. Güter werden in sogenannten „Mobilern“ am Zug transportiert. Diese speziellen Container ermöglichen nur durch Verschieben auf Lkws ein Umladen. Zudem wurde ein Prototyp eines Silo-Containers vorgestellt, um zukünftig auch staubanfällige Güter über die Schiene transportieren zu können, was insbesondere für Zementlieferungen von Vorteilist.
Wichtiges Zentrum Europas
Abschließend betonte Christoph Grasl, dass mit der Koralmbahn noch nicht das gesamte Potenzial ausgeschöpft sei. „Der tatsächliche Gamechanger im Hinblick auf Effizienz, Nachhaltigkeit und Umweltschutz wird der Semmeringbasistunnel“, erklärte er. „Das wird zwar noch ein paar Jahre dauern, aber wir sind auf dem besten Weg, auch hier das Ziel zu erreichen.“ Die Südachse wird Teil des Ostsee-Adriatischen Meer-Korridors, der Europa von Nord nach Süd verbindet und eine der bedeutendsten Güterverkehrsrouten Europas darstellt, wodurch Österreich als Logistikdrehscheibe gestärkt wird und den Kunden der ÖBB Rail Cargo Group schnellere und effizientere Verbindungen in Richtung Adriahäfen und Industriezentren bietet.


