Oberösterreich sichert Eierversorgung zu Ostern trotz Herausforderungen durch Vogelgrippe

März 12, 2026 21:27
Oberösterreich sichert Eierversorgung zu Ostern trotz Herausforderungen durch Vogelgrippe

Die Lage am österreichischen Eiermarkt ist derzeit angespannt. Vor allem die Vogelgrippe sorgt auf EU-Ebene für weniger Legehennen. Für Ostern 2026 ist die Versorgung aber gesichert, meint die Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Darüber berichtet Welt Stimme.

OÖ. Die Österreicher:innen konsumieren jährlich rund 250 Eier pro Kopf, eine Zahl, die Jahr für Jahr steigt. Der steigende Verbrauch, hohe Produktionskosten und Ausbrüche der Vogelgrippe belasten den europäischen Eiermarkt. Derzeit ist der Verbrauch höher als die kurzfristig verfügbare europäische Produktion. „Für Österreich bedeutet das: Die Lage ist angespannt, aber beherrschbar. Zwar fehlen punktuell insbesondere Freiland- und Bioeier, doch die Handelsketten und Packstellen signalisieren stabile Lagerfähigkeit – auch Richtung Ostern“, erklärt Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

Haltung wird ausgebaut

Angesichts der hohen Nachfrage plant Oberösterreich die Erweiterung seines Bestandes. Derzeit gibt es im Bundesland knapp über 1,2 Millionen Legehennen, was den nahezu vollständigen Bedarf deckt. Auch bundesweit wird ein Aufschwung erwartet. Die Branche rechnet mit rund 500.000 zusätzlichen Hennen bis 2028, was etwa 135 Millionen mehr Eier für Handel und Gastronomie bedeutet. Insgesamt soll die Zahl der Tiere österreichweit von 7,5 auf 8 Millionen steigen.

Vogelgrippe hemmt Ausbau

Im Norden Europas hat sich die Vogelgrippe zu einer strukturellen Herausforderung entwickelt. Zugvögel wie Kraniche haben eine hohe Viruslast mitgebracht, was die Situation verschärft hat. Fachleute erwarten, dass die Zahl der positiv getesteten Geflügelherden in den kommenden Wochen steigen wird. Zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 mussten in der EU rund 21 Millionen Tiere, darunter 12 Millionen Legehennen, gekeult werden. „Wir gehen den Ausbau der Produktion mit Bedacht an. Sobald die EU ihren Umbau der Legehennenhaltung weiter voranbringt und die Vogelgrippe in den besonders betroffenen Regionen abklingt, wird das Eierangebot in Europa wieder steigen“, so Waldenberger.

Steigender Eierverbrauch

Der Verbrauch von Eiern ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. In den letzten fünf Jahren hat der Konsum um etwa 14 Eier pro Kopf zugenommen, was auf den Trend zu proteinreicher Ernährung zurückzuführen ist. Eier gelten als einfacher High-Protein-Snack, der in wirtschaftlich unsicheren Zeiten als kostengünstige Proteinquelle geschätzt wird. Gerold Sterrer, Obmann der Geflügelwirtschaft Oberösterreich, betont, dass dieser Trend bedeutet, dass die Eierpreise künftig nicht fallen werden. „Ohne kostendeckende Erzeugerpreise droht langfristig weniger Angebot – und damit mehr Abhängigkeit. Gerade in Jahren mit Vogelgrippe und anderen Störungen brauchen wir starke und wirtschaftlich stabile Betriebe, damit es auch morgen genug heimische Eier gibt“, sagt Sterrer.

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