UniCredit plant Verkauf eines Teils ihres Russlandgeschäfts mit hohem Verlust
Die italienische Bank UniCredit beabsichtigt, sich mit einem Verlust von bis zu 3,3 Milliarden Euro von einem Teil ihres Russlandgeschäfts zu trennen. Am Donnerstag gab das Mailänder Geldhaus bekannt, dass eine unverbindliche Vereinbarung mit einem privaten Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) unterzeichnet wurde. Der endgültige Abschluss der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet.
Der Deal steht jedoch noch unter dem Vorbehalt bindender Verträge und behördlicher Genehmigungen. Er würde eine Ertragsbelastung von 3,0 bis 3,3 Milliarden Euro zur Folge haben. Laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wurde von der russischen Regierung noch keine Entscheidung über den Teilverkauf getroffen. Er verwies auf ein aufwendiges Genehmigungsverfahren, das Faktoren wie Gegenseitigkeit und die aktuelle wirtschaftliche Lage berücksichtigt.
Mit diesem Schritt plant UniCredit, ihren Rückzug aus Russland voranzutreiben. Die Bank sichert zu, dass während des gesamten Prozesses Kontinuität und Stabilität für Kunden und Beschäftigte gewährleistet sein sollen. Dazu wird eine beschleunigte Übergangsphase vorgesehen, in deren Verlauf zwei separate Banken mit klaren Geschäftsmodellen entstehen sollen.
Ein Teil der Aktivitäten wird in eine neue Einheit ausgegliedert, während die verbleibenden Geschäfte an den Käufer übergehen. UniCredit wird 100 Prozent der neuen Bank halten, während der Käufer die vollständigen Anteile der verbleibenden Bank erhalten soll. UniCredit beabsichtigt, eine neue Einheit für internationale Zahlungen an nicht sanktionierte Firmenkunden zu behalten.
Einordnung
Die angestrebte Transaktion bedeutet einen erheblichen finanziellen Verlust für UniCredit, wobei die Auswirkungen auf die Dividendenpolitik laut Unternehmensangaben begrenzt bleiben sollen. Der Schritt verdeutlicht den anhaltenden Druck, unter dem westliche Banken in Russland stehen, da sie zunehmend ihre Geschäftspraktiken anpassen müssen, um regulatorischen Anforderungen und politischen Risiken zu begegnen.


