Rechnungshof fordert umfassenden Netzausbau für erneuerbare Energien in Österreich
Der Rechnungshof hat in einem am Freitag veröffentlichten Bericht einen verstärkten Ausbau der Stromnetze gefordert, um den 100-prozentigen Deckungsgrad des Strombedarfs mit erneuerbaren Energien bis 2030 zu erreichen. Der Fortschritt bei Solar- und Windkraft in Österreich sei schneller als die erforderlichen Netzanpassungen.
Der Bericht rät zu einem langfristigen „Gesamtplan zur Transformation der Stromnetze“, der in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium, der Regulierungsbehörde E-Control, den Bundesländern und den Netzbetreibern entwickelt werden soll. Vorrangige Ziele sind die Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung und Leistbarkeit für Haushalte sowie die Minimierung der Kosten für Gewerbe und öffentliche Haushalte.
Des Weiteren empfiehlt der Rechnungshof der E-Control, die Netzentgelte und Kostenwälzungen zu ändern, um den Grundsatz der Verursachergerechtigkeit für alle Netzbenutzer zu gewährleisten. Aktuell sind Photovoltaik- und Windkraftanlagen ungleich verteilt, was die Kosten für die Netznutzung betrifft, die insbesondere private Haushalte stärker belasten.
Kritik gab es auch an der verspäteten Umsetzung der EU-Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie von 2019; eine vollständige Umsetzung wurde erst Ende 2025 erwartet. Zudem zeigt der Bericht, dass die Netznutzungsentgelte der Wiener Netze und des Netz Niederösterreich in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind.
Einordnung
Die Empfehlungen des Rechnungshofs können weitreichende Auswirkungen auf die Stromkosten in Österreich haben. Eine konzentrierte Umsetzung des Netzausbaus ist entscheidend, um die Integration erneuerbarer Energien zu gewährleisten und die Kosten für Endverbraucher zu senken. Dies erfordert eine schnelle und klare politische Linie.


