Michael Demelmayr für Regionalitätspreis nominiert
Michael Demelmayr (34) ist für den Regionalitätspreis in der Kategorie „KMU & Start-ups“ nominiert. Mit seinem neuesten Unternehmen, Orangefin, verfolgt er das Ziel, die Personalsuche in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten empathischer zu gestalten.
BAD SCHALLERBACH. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der JKU Linz mit dem Schwerpunkt Personal war Demelmayr in der Personalberatung tätig und zuletzt vier Jahre als HR Business Partner in einem internationalen Unternehmen in Wallern aktiv. Der wirtschaftliche Abschwung führte jedoch zu seinem Jobverlust, was ihn in die Rolle des Bewerbers versetzte. Diese Erfahrung brachte ihn zum Nachdenken über die gegenwärtigen Rekrutierungspraktiken.
„Ghosting, wochenlange Wartezeiten und unprofessionelle Gesprächsatmosphären sind teilweise gelebte Praxis“,
berichtet der Jungunternehmer. Diese Frustration veranlasste ihn, einen Neuanfang zu wagen, und so gründete er vor rund einem Monat sein eigenes Unternehmen.
Demelmayrs Geschäftsmodell basiert auf zwei Hauptsäulen. Die erste ist die klassische Personalberatung mit einem starken Fokus auf Menschlichkeit. Dabei unterstützt er besonders Bewerber, die auf dem Arbeitsmarkt Schwierigkeiten haben, wie beispielsweise Personen über 50 Jahre, die unerwartet arbeitslos wurden und lange keinen Lebenslauf mehr erstellt haben. „Ich versende keine Profile an Firmen, ohne zuvor mit den Ansprechpartnern gesprochen zu haben“, betont er.
Die zweite Säule des Unternehmens ist „HR as a Service“. Diese richtet sich insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in der Region, die oft nicht über die Ressourcen verfügen, eine eigene Personalabteilung zu unterhalten. Demelmayr bietet Beratungen auf Stunden- oder Halbtagsbasis an, um Prozesse zu optimieren, das Recruiting zu betreuen und das Employer Branding zu stärken, ohne dass feste Kosten für einen ständigen Mitarbeiter anfallen.
Der Start seiner Selbstständigkeit wurde durch die Unterstützung der WKO und das Gründerprogramm des AMS erleichtert. Für die Zukunft plant Demelmayr, ein starkes Netzwerk unter dem Motto „HR aus einer Hand“ in der Region aufzubauen.
„Wenn jemand in der Region einen Job sucht, soll er wissen: Beim Michael kann ich mich melden, der schaut, was möglich ist“,
so Demelmayr.
Einordnung
Mit dieser Initiative zielt Demelmayr darauf ab, die Rekrutierung von Fachkräften in Oberösterreich zu revolutionieren. Seine Ansätze sind besonders relevant für Unternehmen, die im aktuellen Wettbewerb um Talente bestehen wollen, und fördern gleichzeitig die Integration benachteiligter Bewerbergruppen.


